
Die bisherigen 3 Bände habe ich geliebt, und auch Band 4 der
Art-Mayer-Reihe wartet mit einem knalligen, ins Auge fallende Cover auf. Auch die Story verspricht Rasanz: Kessy X, eine junge Frau, hat (gesichtslose) Videos im Netz veröffentlicht, in denen sie über ihre Affäre mit dem Bundeskanzler Henrik Westphal spricht. Der verschwindet daraufhin spurlos. Art ist alarmiert, schließlich sind Henrik und er seit der Jugend befreundet (wenn auch nicht immer ohne Probleme und Auseinandersetzungen).
Außerdem wird eine Leiche im U-Bahn-Tunnel gefunden. Handelt es sich um Kessy X? Und wenn ja – wo ist der Bundeskanzler? Art weiß nicht, wem er trauen kann, nicht einmal seiner Jugendliebe Juli (die gleichzeitig Henriks Ehefrau ist…!). Und dann gerät er selbst in den Fokus…
Marc Raabe erzählt „Im Morgengrauen“ mit Blick auf die verschiedenen ProtagonistInnen: Angefangen mit dem ersten Blick auf Kessy X, die am 7. Dezember ihr erstes Video aufzeichnet über die MitarbeiterInnen im Kanzleramt, die sich Sorgen wegen des Verschwindens des Kanzlers machen (bezeichnet als „Tag Null“), bis zu Art Mayer und Nele Tschaikowski. Die beiden untersuchen den Mord an einer jungen Frau in den U-Bahn-Tunneln, was angesichts der enthaupteten Leiche gar nicht so leicht ist. Der Verdacht steht im Raum, dass es die mysteriöse Kessy X sein könnte, doch eine Identifikation ist erstmal nicht möglich. Und dann geht die wilde Fahrt so richtig los:
Die Suche nach Henrik Westphal und nach der Wahrheit hinter den Videos nimmt Art und Nele vollkommen in Anspruch, doch auch privat sind die beiden gefordert: Nele hat mit ihrer kleinen Tochter alle Hände voll zu tun, und ihr Partner Roman verhält sich wenig kooperativ und sonderbar, und Art? Der ist hin- und hergerissen, denn Juli ist seine Jugendliebe (und seine Liebe hat nie wirklich geendet…), doch es ist nicht ausgeschlossen, dass Juli möglicherweise etwas mit der ganzen Sache zu tun hat. Art muss sich außerdem (zusammen mit Nele) um die kleine Milla kümmern (wer die Reihe kennt, kennt auch Milla) und auch mein absoluter Lieblingscharakter kommt vor: Leo!
Da ich nicht spoilern will, kann ich inhaltlich nicht viel verraten, aber: Während wir zwischen Kessys Erlebnissen, Arts und Neles Ermittlungen und dem was Leo so treibt springen, spitzt sich die Spannung nach und nach zu und es zeichnet sich eine mögliche Verbindung zu Arts und Henriks Vergangenheit ab. Außer einem kleinen Stück des Mittelteils, das sich für mich (für Stephan nicht) etwas zog, hat die gesamte Story viel Drive und Rasanz und bringt vor allem viele, viele lose Fäden nach und nach zusammen. Immer wieder hatte ich andere Ideen, was passiert sein könnte und wer damit zu tun hat. Und das schreibt Marc Raabe wie immer großartig!
Daher bekommt „Im Morgengrauen“
🐀🐀🐀🐀,5 4,5/5 Leseratten
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Ullstein




























