2084: Lisa Jewell – Weil niemand sie sah

Als Ellie Mack 15 ist, verschwindet sie spurlos. Die Polizei geht davon aus, dass sie ausgerissen ist – aber ihre Mutter Laurel hat das nie wirklich geglaubt und immer die Hoffnung gehabt, ihre Tochter eines Tages wiederzufinden. 10 Jahre später werden Kleidungsstücke von Ellie gefunden und Knochen – Laurel kann ihre Tochter endlich beerdigen. Außerdem lernt sie einen neuen Mann kennen, die Ehe mit Ellies Vater Paul zerbrach an deren Verschwinden. Als Laurel seiner neunjährigen Tochter Poppy begegnet, ist sie fassungslos, denn Poppy sieht Ellie unfassbar ähnlich. Laurel kann all die unbeantworteten Fragen nicht loslassen – was ist mit Ellie wirklich passiert? Limes

2072: Claire Douglas – Beste Freundin. Niemand lügt so gut wie du

Claire Douglas ist bekannt für ihre spannenden Plots und das Arbeiten mit verschiedenen Zeitebenen. Auch in „Beste Freundin“ wechselt sie zwischen dem Jahr 1994 und dem Jahr 2012 so geschickt, dass die Zusammenhänge gleichzeitig klar und doch verwirrend erscheinen – und reißt damit ihre Leser so mit, dass man eigentlich gar nicht anders kann als das Buch in einem Zug durchzusuchten!
2012 soll Journalistin Jess über einen Doppelmord berichten und kehrt dafür in ihren kleinen Heimatort zurück. Als Verdächtige entpuppt sich Heather, die nach der Tat versucht hat, sich selbst umzubringen. Jess wird urplötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn sie und Heather waren beste Freundinnen, bis Heathers große Schwester Flora verschwand und nie wieder auftauchte. Als Leser ist man mit drei wesentlichen Fragezeichen konfrontiert. Ist Heather eine Mörderin? Was geschah damals mit Flora? Und: Hängen diese beiden Sachen irgendwie zusammen? Penguin

2068: Marc Raabe – Die Hornisse

Die Tom-Babylon-Reihe von Marc Raabe verbindet Hochspannung mit der packenden Geschichte um den Protagonisten selbst. Denn Tom hat eine bewegte Vergangenheit, wie in diesem dritten Band besonders klar wird. Die Rückblicke in eine Zeit, in der seine später verschwundene Schwester noch bei seiner Familie war, offenbaren nicht nur einen Teil seiner Geschichte, sondern beeinflussen auch den aktuellen Fall, den Tom mit seiner Kollegin Sita Johanns lösen will. Was hat der Tod des Rockstars Brad Galloway mit Tom zu tun? In den Augen der anderen Ermittler zuviel… Ullstein

2067: Nienke Jos – Die Angst der Schweigenden

Ein krasses Buch! Man weiß zwar lange Zeit nicht, was da eigentlich gerade passiert, aber „Die Angst der Schweigenden“ erzeugt einen unwiderstehlichen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Positiv verwirrend und mit einem unfassbar spannenden Plot, an dessen Ende eine verstörende Lösung wartet.
Die Statikerin Inna berechnet, kalkuliert und ist keine Freundin großer Gespräche. Doch als sie von einem Schneesturm eingeschlossen wird und der geheimnisvolle Igor sie in ihrer abgelegenen Fabrikhalle besucht, beginnen die beiden ein Gespräch, das bald zu einem Verhör wird. Denn Igor ist nicht wie er anfangs sagt zufällig dort, sondern er sucht eine Antwort auf eine Frage, die er nicht stellen will. Und Inna will diese Antwort nicht geben… Gmeiner

2066: Ada Fink – Blütengrab

1993, nach der Wende, wird in Ostdeutschland die Leiche eines Mädchens gefunden, gebettet auf ein Bett aus Blüten. Ulrike Bandow ermittelt in diesem Fall gemeinsam mit ihrem neuen Kollegen Ingo Larssen. Neben der deutsch-deutschen Vergangenheit spielt auch das, was Ulrike in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hat, eine Rolle – auch wenn sie diesen Teil ihrer eigenen Geschichte lieber weiterhin ruhen lassen würde… Wunderlich

2065: Alice Feeney – Ich weiß wer du bist

Alice Feeney hat schon mit „Manchmal lüge ich“ bewiesen, dass sie eine Meisterin verwickelter Plots und geheimnisvoller Charaktere ist. Auch in „Ich weiß, wer du bist“ ist Protagonistin Aimee Sinclair nicht immer ehrlich, wie sie selbst gleich zu Beginn klarstellt. Sie ist Schauspielerin – und spielt ihre Rollen großartig. Doch dann verschwindet ihr Mann, sie wird verdächtigt, und die Wahrheit droht ans Licht zu kommen. Hat all das mit Aimees Vergangenheit zu tun, die sie um jeden Preis geheimhalten will? rowohlt

2063: Joanna Schaffhausen – Wie viele willst du töten

Ellery Hathaway ist Polizistin mit Leib und Seele. Sie ist dennoch froh, in dem kleinen Woddbury zu arbeiten, fernab der großen Städte. Denn Elli hat ein Geheimnis – und jedes Jahr bekommt sie eine Karte vor ihrem Geburtstag und eine Person aus Woodsbury verschwindet. Ihre Vorgesetzten sehen keinen Zusammenhang zwischen den Fällen, und so wendet sich Elli an Reed Markham vom FBI. Die beiden kennen sich von früher. Aber kann Reed Ellery trauen? dtv

2061: Amy Suiter Clarke – Der Countdown-Killer

Es ist schon abgefahren, einen Podcast über einen Podcast zu machen – so fühlte es sich zumindest fast an. In „Der Countdown-Killer“ verbindet Amy Suiter Clarke die Nachforschungen der True-Crime-Podcasterin Elle Castillo zu den Taten des Countdown-Killers, der in den 90er Jahren aktiv war, bevor sein letztes Opfer entkommen konnte und die Mordserie abriss. Man folgt Elle bei dem, was sie tut, und hört bzw. liest die Folgen ihres Podcasts „Justice Delayed“. Aber ist der Countdown-Killer wirklich tot oder zumindest verschwunden? Das stellt sich als äußerst fraglich heraus…
Ein besonderes Highlight des Buches: Über einen QR-Code könnt ihr euch die Podcastfolgen aus dem Buch anhören! Das macht das Ganze zu einem echten Leseerlebnis. Scherz/Fischer

2060: Robert Galbraith – Böses Blut

Die Cormoran-Strike-Reihe ist zugegebenermaßen Geschmackssache: Vielen sind die Bücher zu dick und es gibt einiges an Privatballast, den Robin Ellacott und Cormoran Strike mit sich herumschleppen. Eigentlich bin ich ja auch skeptisch, wenn das Privatleben der Ermittler eine tragende Rolle spielt. Aber bei Robert Galbraith´ Büchern finde ich es eher einen Gewinn, zumal im Vordergrund immer auch ein spannender Fall steht, der Abwechslung mitbringt. Diesmal stellt sich Strike einer neuen Herausforderung und nimmt sich eines Cold Case an – und der liegt ganze 40 Jahre zurück. blanvalet

2059: Bernhard Aichner – Dunkelkammer

Ein Buch wie ein Wasserfall. Ein düsterer Wasserfall: David Bronski, Pressefotograf, wird bei einem Leichenfund in der Gegenwart mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er fotografiert leidenschaftlich, analog, hält die Dunkelheit fest – und kämpft mit der Dunkelheit in sich selbst. Alles fließt in diesem Krimi, die Seiten blättern sich wie von selbst um – bis zum Schluss. Da denkt man, in diesem Lockdown wird nichts mehr spannend – und dann haut Bernhard Aichner so ein Buch raus. Wahnsinn! btb

2058: Thomas Enger & Jørn Lier Horst – Blutnebel

Der zweite Band der Emma-Ramm und Alexander-Blix-Reihe beginnt quasi, wie der erste endet: Mit einem Countdown, diesmal allerdings dem üblichen zum Jahresende. Journalistin Emma ist an Silvester draußen unterwegs, ebenso wie Blix, der allerdings Dienst hat – da explodiert eine Bombe im Hafen von Oslo. Was für alle erst einmal wie ein Attentat aussieht, wertet Blix als möglicherweise gezielte Tat. Denn eines der Opfer ist die Mutter eines Mädchens, das 10 Jahre zuvor entführt wurde. Aber gibt es wirklich einen Zusammenhang? Während Emma gleichzeitig mit starken Schuldgefühlen zu kämpfen hat, stürzt sie sich mit Blix in die Ermittlungen. Und was sie entdecken, ist fast noch schlimmer als sie befüchtet haben… blanvalet

2056: Lucy Foley – Sommernacht

Ein Traumpaar, eine ruhige Insel, Freunde und Familie, die perfekte Vorbereitung: Die Hochzeit von Julia und Will kann eigentlich nur wunderbar werden. Eigentlich. In der Hochzeitsnacht gibt es jedoch einen Schrei – was ist passiert? Und wem? Fast jeder der Anwesenden verbirgt etwas, und eines der Geheimnisse könnte tödlich sein..
Lucy Foley erzählt „Sommernacht“ aus verschiedenen Ich-Perspektiven, die den Leser vor die Frage stellen, welche der Personen vielleicht mehr weiß, als sie durchblicken lässt… Penguin

2051: Cilla & Rolf Börjlind – Kaltes Gold

Cilla und Rolf Börjlind sind wirkliche Meister der Krimikunst. Auch in Band 6 gibt es einen spannenden Fall, den Olivia und Tom gemeinsam bearbeiten – auch wenn sich Tom anfangs noch in Thailand ist und Olivia nach Lappland fliegt, um den Fund einer Leiche zu untersuchen, die schon längere Zeit im Eis gelegen haben muss. Die Ermittlungen werden gefährlich und sehr viel tiefgründiger, als alle Beteiligten am Anfang glauben. btb

2047: Michael Robotham – Fürchte die Schatten

Mit dem zweiten Band seiner Cyrus-Haven-Reihe startet Michael Robotham nochmal ganz anders durch als im ersten Teil: Was sich in „Schweige still“ andeutete, verwandelt er hier in eine ganz eigene Geschichte. Und die ist hochspannend! Denn Evie, die sich in einem Kinderheim befindet, kann nicht nur jede Lüge erkennen, sondern hat auch viele Lügen in ihrer eigenen Vergangenheit. Als Polizeipsychologe Cyrus Haven die Wahrheit herausfinden und Evie helfen will, versucht sie, ihn auf Abstand zu halten. Denn das könnte für Cyrus lebensgefährlich werden… Goldmann

2045: Ule Hansen – Wassertöchter

Der dritte (und vermutlich abschließende) Band der Emma-Carow-Reihe von Ule Hansen ist ein Feuerwerk aus Spannung, interessanten Charakteren und einer Protagonistin, die gleichzeitig unglaublich stark und manchmal unfassbar schwach ist (und sein darf). Emma lebt eigentlich inzwischen gut mit dem Trauma, das Uwe Marquard ihr vor vielen Jahren verschafft hat. Und dennoch lässt er sie immer noch nicht los – vor allem, als Taten begangen werden, die seine Handschrift tragen. Emma ist überzeugt, dass Uwe wieder vergewaltigt, doch sie kann es nicht beweisen. Hat sie Recht und muss Uwe das Handwerk gelegt werden – oder steigert Emma sich in etwas hinein, das am Ende nicht haltbar ist? Heyne

2034: Ragnar Jónasson – Nebel

Mit „Nebel“ schließt Ragnar Jónasson seine grandiose, rückwärts erzählte Trilogie ab und überlässt uns Leser einem verwirrenden Spiel mit der Wahrheit. Hulda bekommt nach einem persönlichen Tiefstpunkt einen Fall, der rätselhafter kaum sein kann: Mehrere Tote in einem abgelegenen Bauernhaus, niemand weiß was passiert ist. Selbst als mehr-wissender Leser, der in die Vergangenheit zurückblickt, steht man vor der Frage: Was ist in der Einöde an Weihnachten wirklich passiert? btb

2033: Roman Klementovic – Wenn das Licht gefriert

Elisabeth hat eigentlich mit der Alzheimererkrankung ihres Mannes Friedrich sowieso schon keinen leichten Alltag. Als Friedrich aber während einer Sendung zu dem ungeklärtem Mord an der besten Freundin ihrer Tochter Anna etwas äußert, was er eigentlich gar nicht wissen kann, muss Elisabeth sich fragen, ob am Ende ihr Mann ein Mörder ist. Doch nicht nur das – in der Gegend geht auch seit langem ein Psychopath um der Frauen überfällt. Wo sind die Zusammenhänge- und kann Elisabeth Friedrich noch trauen?
Roman Klementovics verpasst allen seinen Figuren eigene Geheimnisse, die nur langsam und teilweise an die Oberfläche kommen – aber welche davon haben mit Annas Tod zu tun? Rasant und mysteriös, eingebettet in eine regnerische, unheimliche Atmosphäre, werden nach und nach Schichten der Wahrheit aufgedeckt. Gmeiner

2030: Volker Klüpfel & Michael Kobr – Funkenmord

Mit Band 11 ist den beiden Autoren der Kluftinger-Krimis etwas gelungen, was ich so eigentlich nicht mehr erwartet hatte: Es kommt an der ein oder anderen Stelle doch mal Abwechslung in die üblichen Klufti-Probleme. Außerdem nimmt sich der Kommissar einen Cold Case vor, den ersten Fall, den er vor vielen Jahren vermeintlich löste. Fans der Reihe müssen sich aber keine Sorgen machen, dass Kluftinger grundsätzlich von seiner Art abweicht – es kommt nur ein bisschen frischer Wind hinein. Ullstein

2023: Max Bentow – Der Mondscheinmann

Nichts für Saligarophobiker: In Max Bentows neuem Thriller aus der Trojan-Reihe spielen ausgerechnet Schnecken eine wichtige Rolle. Besonders für den Mörder, der zu diesen Tieren eine besondere Beziehung hat und der Trojan und seinem Team Rätsel aufgibt. Dabei hat Trojan gleich mehrere weitere Baustellen, die ihn beschäftigen – unter anderem seine Angst. Vielleicht findet er endlich einen Weg aus ihr heraus – doch der Täter, mit dem sich die Ermittler diesmal messen müssen, fordert zunächst ihre ganze Aufmerksamkeit… Goldmann

2022: Alex North – Der Schattenmörder

In seinem zweiten Buch „Der Schattenmörder“ entführt Alex North seine Leserinnen und Leser auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart setzt sich Paul zwar auch mit seiner Vergangenheit auseinander, weil er durch aktuelle Geschehnisse mit dieser konfrontiert wird – vielmehr bewegt ihn (und auch uns) die Frage, was vor 25 Jahren wirklich mit Charlie Crabtree geschah. Genauer gesagt: Was geschah, nachdem Charlie jemanden ermordete. Auf unheimliche Weise scheinen Paul die früheren Geschehnisse einzuholen… blanvalet

2015: Ragnar Jónasson – Insel

Mit Band 2 der Reihe um die isländische Kommissarin Hulda Hermannsdóttir beweist Ragnar Jónasson erneut, was für ein großartiger Erzähler er ist. Nicht nur, dass Hulda als Hauptfigur schwer einzuordnen ist – vielmehr geben die vielen scheinbar offensichtlichen und doch verborgenen Verbindungen zwischen den Handlungssträngen Rätsel auf. Mindestens ebenso groß ist das Rätsel um den Todesfall auf einer kleinen abgelegenen Insel – und um einen scheinbar längst vergessenen Mord 10 Jahre zuvor… btb

2014: Andrea Bartz – Flashback. Was hast du damals getan?

Als Lindsay sich mit einer alten Freundin trifft, wird sie erneut mit den Geschehnissen von vor 10 Jahren konfrontiert. Damals brachte sich eine Freundin von ihr um – doch war es wirklich Selbstmord? Wieso behauptet Sarah, sie sei gar nicht auf der Party gewesen? Lindsay beginnt, in der Vergangenheit zu graben, und merkt schnell, dass sie sich anscheinend nicht an alles erinnern kann. Aber wieso – und was ist wirklich passiert? Und vor allem – wer von all den alten Bekannten, die sie wiedertrifft, hat mit dem Tod ihrer Freundin zu tun? Oder war es am Ende sie selbst, die Schuld daran hat? Heyne

2011: Camilla Sten – Das Dorf der toten Seelen

Die Bewohner eines ganzen Dorfes verschwinden. Gefunden werden nur eine an einen Schandpfahl gebundene, tote Frau und ein Baby… Sechzig Jahre später will Alice, eine junge Filmemacherin, deren Großmutter kurz vor dieser Tragödie das Dorf verlassen hatte, eine Dokumentation über Silvertjärn und die Vorfälle drehen. Doch vor Ort stellt sich bei ihr und ihrem Team das ungute Gefühl ein, nicht allein zu sein…
Das erste Buch von Viveca Stens Tochter Camilla Sten ist gruselig, spannend und verdammt gut erzählt. Man darf nicht erwarten, dass ihre Bücher zum Abklatsch der tollen Krimis ihrer Mutter werden – und das ist auch gut so. Denn Camilla Sten hat ihren eigenen Stil und erobert das Thriller-Genre. HarperCollins

2007: Leonie Swann – Mord in Sunset Hall

Leonie Swann gelingt, was die wenigsten Autorinnen und Autoren schaffen: Bücher zu schreiben, die man eigentlich jedem empfehlen kann. Ihre Kriminalromane sind spannend, lustig, traurig, berührend und klug. Das war schon bei „Glennkill“ so und das hat sich über all die Jahre bis hin zu ihrem aktuellen Buch „Mord in Sunset Hall“ nicht geändert. Eigentlich kann man gar nicht in Worte fassen, was sie mit ihren Büchern vollbringt – doch wenn man ihren Protagonisten und Protagonistinnen, in diesem Fall einer Senioren-WG, auf ihrem Weg durch Mord, Unwägbarkeiten, Gefühle und einfach das Leben folgt, dann erlebt man eine ganz andere Welt, die aber mitten in unserer angesiedelt ist. Jedes Buch von Leonie Swann ist ein echtes Goldstück – ich liebe was und wie sie schreibt! Goldmann

1999: Christian White – Das andere Mädchen

Kim führt ein geordnetes Leben in Australien, kennt ihre Eltern und Geschwister, hat einen Job und Freunde. Das denkt sie zumindest, bis eines Tages Stuart Went vor ihrer Tür steht und behauptet, sie wäre seine seit über 30 Jahren vermisste Schwester. DAV

1989: Jørn Lier Horst – Wisting und der fensterlose Raum

Sehr skandinavisch ohne ins Klischee abzurutschen -Wisting ist ein Ermittler, wie ihn sich Fans von norwegischen Krimis ihn sich wünschen! In diesem Buch muss er sich einer brisanten Ermittlung widmen, die politisch und gesellschaftlichen Zündstoff beinhaltet. Jede Menge Geld in verschiedenen Währungen in einem fensterlosen Raum einer Hütte – die einem kürzlich auf natürlichem Wege verstorbenen Politiker gehörte. Stammt das Geld aus einem Raubüberfall? Oder gibt es eine ganz andere Lösung für dieses Rätsel? Wisting und seine Tochter kommen nicht nur einer, sondern gleich mehreren Geschichten auf die Spur. Jørn Lier Horst kann vor allem mit der feinen, erfrischend ungewöhnlichen Ausarbeitung seiner Charaktere in der Kombination mit einer spannenden, verwickelten Geschichte überzeugen. Das aber auf ganzer Linie! Piper

1963: Megan Miranda – Little Lies

Journalistin Leah zieht mit ihrer Bekannten Emmy in ein altes Landhaus. Alles scheint gut zu laufen, doch dann verschwindet Emmy und Leah muss sich fragen, ob ihre Vergangenheit – die uns Lesern lange unklar bleibt – sie einholt.
Leider konnte mich „Little Lies“ im Gegensatz zu Megan Mirandas Jugendbuch „Trügerisch“ so gar nicht überzeugen. Die Gründe dafür erfahrt ihr in unserer neusten Krimikistenfolge! Penguin

1955: Katrine Engberg – Glasflügel

Der dritte Fall für Anette Werner und Jeppe Korner – oder eher: Eigentlich nur für Jeppe, denn Anette ist in Mutterschutz. Jeppe vermisst sie unerwartet heftig bei der Bearbeitung eines schlimmen Mordfalls, und Anette fehlt der Job, obwohl sie eigentlich mit ihrer kleinen Tochter einfach glücklich sein sollte. Doch sie kann sich nicht zurückhalten und mischt sich quasi heimlich in die Ermittlungen ein – mit fatalen Folgen. Denn jemand hat Rechnungen offen, deren Begleichung er mehr als ernst nimmt… Diogenes

1945: Megan Miranda – Trügerisch

Mit „Trügerisch“ hat Megan Miranda ein Buch für Jugendliche geschrieben, das aber für Leser aller Altersklassen geeignet ist: Sie erzählt aus der Ich-Perspektive der jungen Jessa, die das Zimmer ihres verstorbenen Exfreundes Caleb ausräumen muss. Jessa findet Gegenstände, anhand derer sie sich an die gemeinsame Geschichte erinnert – und gleichzeitig wird ihr klar, dass Caleb noch eine andere, geheime Seite hatte. Hat die etwas mit seinem Unfall und Tod zu tun? Jessa beginnt, genauer hinzusehen… Carlsen

1932: Michaela Kastel – Worüber wir schweigen

Nina kehrt in ihr Heimatdorf zurück. Nach 12 Jahren – aber warum? Die Frage stellen sich vor allem Mel, ihre ehemals beste Freundin, und Tobias, der ihr gegenüber wohnte. Nina hat ihre Gründe, und wir Leser erfahren schnell, dass in der Vergangenheit etwas geschehen sein muss, was das Leben der Freunde für immer verändert hat und bis in die Gegenwart nachwirkt.
In genial miteinander verwebten Erzählsträngen, die nicht nur die verschiedenen Personen, sondern auch die Vergangenheit ebenso wie die Gegenwart in den Blick nehmen, lässt Michaela Kastel den Leser miterleben, worüber Nina und ihre Freunde schweigen. emons: