2471: Susanne Kaiser – Witch Hunt

Obalski ermittelt erneut am Puls der Zeit- das zweite Buch der Glauser-Preisträgerin! 

Für ihr erstes Buch hat Susanne Kaiser den Glauser für den besten Debütroman verliehen bekommen – herzlichen Glückwunsch! 🎉 Auch mich hat der erste Fall für Obalski begeistert („Riot Girl“), und auch dieses Buch hatte bereits nicht nur eine spannende Story, sondern auch einen realistischen und ernsten Hintergrund. Ebenso verhält es sich mit „Witch Hunt“, Obalskis zweitem Fall. Da Stephan (@zehguevarareading) ebenfalls begeistert vom ersten Teil war, haben wir das Buch als Buddyread gelesen – danke für den wie immer tollen Austausch! 😍

Obalski ermittelt wieder undercover – letztes Mal wurde sie ins Jugendamt, dieses Mal wird sie ins Team einer Politikerin eingeschleust. Deniz Yanar, Politikerin im Bayrischen Landtag, wird digital bedroht. Mails und Nachrichten mit Beschimpfungen, Drohanrufe und mehr auch an private Adressen und Nummern – seit einem halben Jahr ist die Bedrohung persönlicher geworden. Also wird Obalski als Social-Media- und PR-Beraterin eingeschleust, um mit KOK Karajan und Personenschützerin Lemke für die Sicherheit von Deniz Yanar zu sorgen. Es kristallisiert sich heraus, dass die Bedrohungen wirklich massiv sind und dass die TäterInnen Details über Yanar wissen, die sie eigentlich gar nicht kennen können. Ist etwa jemand aus Yanars eigenem Team Teil der Bedrohung? Obalski gerät selbst in die Schusslinie, während sie versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.  

Mit „Witch Hunt“ hat Susanne Kaiser erneut einen wirklich spannenden Kriminalroman geschrieben, der auch genau das ist: Ein Ermittlungskrimi. Aber einer, der eben auch eine sozialkritische Angelegenheit thematisiert und sehr viele mögliche Facetten, Ausprägungen und Gefahren diesbezüglich beinhaltet. Deniz Yanar, die als durchsetzungsstarke Politikerin Position bezieht und dafür auch bekannt ist, gerät in eine Situation, in der sich auch andere Frauen befinden können und auch schon befunden haben: Sie wird bedroht, ihr und ihrer Familie werden Konsequenzen angedroht, die Beschimpfungen sind unflätig (weshalb ich sie hier jetzt nicht zitiere). Die MitarbeiterInnen von Yanar werden aus verschiedenen Gründen verdächtigt, sei es, weil Yanar sie schlecht behandelt oder weil Yanars Ansprüche so hoch sind.

Das, was passiert, wird eine richtige Hexenjagd. Nur dass diese nicht wie früher mit Fackeln und Mistgabeln durchgeführt wird, sondern digital und auf verschlungenen Wegen. Das Hexenthema spielt aber auch noch eine ganz andere Rolle in diesem Buch – was Susanne Kaiser hervorragend eingebunden hat! Und dass Frauen, gerade wenn sie erfolgreich sind, oft und immer wieder Ziel von Bedrohung und Gewalt sind, ist ja (leider!!) nichts Neues. So stoßen Obalski und ihre KollegInnen auch auf Mitglieder der Incel-Szene, die an der Jagd auf Yanar beteiligt sein könnten.

Obalski zeigt sich auch in diesem zweiten Band als eigenwillige und hervorragende Ermittlerin, die immer wieder auf Gratlinien wandert. Mir ist sie absolut sympathisch, gerade weil sie Ecken und Kanten hat und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Das ist aber auch das, was ihr dann selbst gefährlich wird. Gleichzeitig muss sie irhe Tarnung als Social-Media-Beraterin wahren, was ihr nicht immer leicht fällt.

Die Auflösung des Falles hätte ich (trotz kleiner „Mitdenk-Ermittlungserfolge“ in der Mitte des Buches) so nie erwartet, und sie passt für mich hervorragend zur gesamtem Story!

Am meisten ist aber wirklich hervorzuheben, wie großartig Susanne Kaiser Spannung mit hochaktuellen Themen verbindet, und das mit einem Kriminalroman, der sich extrem gut lesen lässt. Gesellschaftliche und auch politische Problemthemen so zu verpacken ist schon eine Kunst! Daher bekommt „Witch Hunt“

🐀🐀🐀🐀🐀 5/5 Leseratten

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walt

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