2481: Hjorth & Thorsson – Schlafende Vulkane

Das neue schwedisch-isländische Thriller-Traumduo! Oder doch Krimi-Traumduo?

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson sind schon jeder für sich einfach unfassbar (und sehr) erfolgreich –  dass eine Zusammenarbeit der beiden ein wahrscheinlich tolles Ergebnis bringen würde, lag nahe. Mit „Schlafende Vulkane“ ist der erste Band ihrer gemeinsamen Thrillerreihe erschienen, in deren Mittelpunkt die Polizistin Helga Jónsdóttir und der eigenwillige Verkehrspolizist Bjarki Gudmundsson, genannt Grettir. Er wird Helga von Beginn an als „kein einfacher Mensch“ angekündigt, und neben seiner Fähigkeit, sich in der Wildnis zu orientieren. Und Helga braucht Bjarki: Sie ermittelt im Fall einer in einem Stall gefundenen, ermordeten jungen Frau, deren Sohn sich vermutlich in einer Höhle der isländischen Vulkanlandschaft versteckt. Den beiden bleibt nicht viel Zeit, und sie ahnen noch nicht, dass es weitere Morde geben wird…

Hjorth & Thorsson haben mit Helga und Bjarki  zwei ebenso gegensätzliche wie interessante Protagonisten geschaffen. Helga die erst seit kurzem in Island und gebürtige Schwedin ist, hat mit dem Mord an der Frau im Stall ihren ersten Fall im Dezernat für Gewaltverbrechen, und der fordert sie echt heraus. Gleichzeitig ist Stefan, der Vater ihrer Tochter, überzeugt, dass Helgas Beruf nicht gut zu ihrer Mutterrolle passt – was für Helga, die eine intelligente Ermittlerin mit gutetm Instinkt ist, keine einfache Sache ist. Bjarki/Grettir ist wie eine isländische Urgewalt (und nicht ohne Grund benannt nach der isländischen Sage von Grettir dem Starken). Die beiden müssen sich erstmal aufeinander einspielen, und trotz der Gegensätze finden sie beim jeweils anderen Ansätze für die Zusammenarbeit und sogar Sympathie.

Die anderen Kollegen von Helga (v.a. Larus, Benedikt, der Chef Gisli Freyr, Petur und Yvette) stehen in unterschiedlichen Verhältnissen zu ihr: Während sie sich mit Yvette richtig gut versteht und gerne mit Larus zusammenarbeitet, betrachtet der Chef sie kritisch und von anderen wird sie nur „die Schwedin“ genannt. Erzählt wird die Geschichte meist mit dem Blick entweder auf Helga oder auf Bjarki, selten mit dem Blick auf Gunnar, Yvette oder eine/n der anderen, und während die Ermittlungen voranschreiten, entwickelt Helga mit ihrem Team verschiedene Ermittlungsansätze. Der Ex der Toten wird ebenso in den Blick genommen wie ein unbekannter, vermummter Mann. Es wird klar, dass weitere Personen in Gefahr sein könnten, und lange Zeit weiß man als LeserIn nicht, auf wen und was diese Geschichte herausläuft. Im letzten Sechstel zieht das Tempo des Buches dann aber nochmal ordentlich an.

Die Figurenzeichnung ist skandinavisch-typisch wirklich gut und interessant, besonders die Gegensätzlichkeit von Helga und Bjarki gibt dem Ganzen einen gewissen Drive. Ebenso skandinavisch ist auch die Erzählweise, und für mich war es eigentlich eher ein Kriminalroman als ein Thriller, da auch die Ermittlertätigkeiten stark im Fokus stehen. Atmosphärisch fühlt man sich besonders durch Bjarki so richtig auf das raue Island versetzt, das hat mich sehr überzeugt. Ich hoffe, dass das in den Folgebänden ebenso sein wird und auch Helgas und Bjarkis Charakterzüge so individuell und stark weitergeführt werden.

Insgesamt war „Schlafende Vulkane“ für mich ein wirklich spannendes, gutes Buch. Vor allem Fans skandinavischer Krimis/Thriller kommen in meinen Augen voll auf ihre Kosten!

Dafür bekommt das Buch insgesamt

🐀🐀🐀🐀 4/5 Leseratten

[ad/unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]
Vielen Dank an Rowohlt für das Rezensionsexemplar!

2477: Malin Stehn – Schattengast

Motiv: Neid, Eifersucht, Habgier, Wut, Geiz oder etwas ganz anderes? 

Die bisher auf Deutsch erschienenen Bücher der schwedischen Autorin Malin Stehn habe ich nicht gelesen und kann daher keinen Vergleich ziehen, habe mich aber auf „Schattengast sehr gefreut. Die Handlung, kurz und knackig: Sandra will ihren vierzigsten Geburtstag rauschend feiern. Doch am Tag nach der Feier liegt sie erstochen im Haus. Was ist passiert – gab es einen Vorfall auf der Party, andere Konflikte oder steckt am Ende eine kriminelle Bande hinter dem Mord? 

„Schattengast“ wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das Buch beginnt am Tag der Geburtstagsparty, springt dann aber 8 Tage zurück, also zu dem Zeitpunkt 8 Tage vor Sandras Feier und später zur Zeit nach der Feier (und somit auch nach dem Mord an Sandra). Abwechselnd erfahren wir meist aus den Augen von Sandra und ihrem Mann Jack sowie der Nachbarin Leijla, was passiert. Die beiden haben zwei Kinder, Molly und Felix. Man liest aber auch Teile aus der Sicht von Sandras Nachbarin und Freundin Leijla, die mit Nedim verheiratet ist. Die beiden haben ebenfalls zwei Kinder – Almina und Elvis Sandra und Leijla kennen sich schon lange, und auch ihre Töchter Molly und Almina sind befreundet – oder waren es zumindest. Denn beim Lesen merkt man schnell, dass nicht nur jede der beiden Familien ihre Probleme hat, sondern auch, dass irgendwas zwischen Molly und Almina aus welchem Grund auch immer nicht mehr zu stimmen scheint. 

Neben den üblichen Alltagssorgen (Spielt mein Kind zuviel an der Konsole? Ist der Freund meiner Tochter in Ordnung oder muss ich mir Sorgen machen?) haben aber besonders die drei ProtagonistInnen Sandra, Jack und Leijla ernsthafte Probleme, die man als LeserIn nach und nach aus den Perspektiven der drei herausliest. Daher kann ich zu den Details natürlich nicht viel erzählen, aber:

Die Situation für jeden einzelnen und auch in den Beziehungen zueinander spitzt sich im Verlauf der Geschichte immer weiter zu. Da man ja schon weiß, dass Sandra umgebracht wird, sucht man natürlich nach möglichen Motiven bzw. Gründen für diese Tat – und findet viele! Sie könnten kaum unterschiedlicher sein, der/die eine war vielleicht neidisch, jemand anders wütend, eifersüchtig, oder oder oder …. Die verschiedenen Sichtweisen und Geschehnisse habe ich gespannt verfolgt, immer wissen wollend, ob das vielleicht zur Tat geführt haben könnte.

Eingestreut werden auch immer wieder die Zeugenvernehmungen der an der Party beteiligten Personen durch die Polizei, kurz gehalten, aber oft aufschlussreich. Allerdings steht kaum eine Ermittlung im Vordergrund, sondern wirklich die „Geschichte hinter der Geschichte“ und dem, was zwischenmenschlich, emotional und innerlich mit und in den Personen vorgeht. Einige Nachbarn, Sandras Ehemann, eine kriminelle Gang und sogar die Töchter der beiden Familien gerieten immer wieder in meinen Verdacht, und immer wieder war jemand anders an 1. Stelle für „wer war´s?“ .

Durch den Fokus auf die verschiedenen Figuren und den insgesamt ruhigen Erzählstil war „Schattengast“ spannend zu lesen und bringt einen guten Teil Ffamiliendrama mit. Mich hat das Buch gut unterhalten und bekommt daher

🐀🐀🐀🐀 4/5 Leseratten

[ad/unbezahlte Werbung, selbst gekauft]

Scherz/Fischer Verlage

2473: Madeline Cash – Verlorene Schäfchen

Sinnkrisen, persönliche Katastrophen und realistisch-skurrile Figuren statt Vorzeigefamilie

Die Familie Flynn, die im Mittelpunkt von „Verlorene Schäfchen“ steht, könnte eine echte Klischeefamilie sein: Mutter Catherine, Vater Bud und die drei Töchter: Harper (12), Louise (15) und Abigail (17). Doch Catherine hat neuerdings Interesse an Nachbar (und Buds Feind) Jim Doherty, woraufhin Bud beschlossen hat, im Auto in der Garage zu wohnen. Er arbeitet als Buchhalter für den Alabastar Harbour, der (wie gefühlt die ganze Stadt) dem Tech-Milliardär und Sohn des Stadtgründers Paul Alabaster gehört. Dessen Machenschaften scheinen nicht ganz sauber zu sein, doch damit will sich niemand auseinandersetzen – außer vielleicht Buds Tochter Harper, die „verhaltenskreativ“ ist, äußerst intelligent, aber auch gleichzeitig eine riesige Verschwörung wittert. Nicht, dass es mit den beiden anderen Mädchen problemlos läuft: Louise, die „Mittlere“ und „Gewöhnliche“ hat Kontakt zu einem (mutmaßlich) kanadischen Online-Freund, der sie überreden will, eine Bombe zu bauen und Abigail, die einfach unfassbar hübsch ist, geht eine Beziehung mit „Kriegsverbrecher-Wes“ ein, der übrigens als Wachmann bei den Alabasters arbeitet. 

Ach ja, noch nicht erwähnt habe ich die Mückenplage in der Kirche, an der Father Andrew eindeutig Miss Winkle die Schuld gibt. Sie hat nämlich eine Pflanze angeschleppt. Aber Miss Winkle leitet auch die Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“, der Bud sich anschließt, als er es muss – weil sein Vorgesetzter ihm die Pistole auf die Brust setzt, weil seine Arbeitsmoral nicht stimmt. Und das tritt dann etwas los, das eine Lawine weiterer skurriler Ereignisse nach sich zieht…

Ganz ehrlich: Ich hab das Buch von Anfang an geliebt. Immer, wenn ich gedacht habe, absurder geht es nicht, hat Madeline Cash noch einen draufgesetzt. Zu keinem Zeitpunkt habe ich auch nur geahnt, wohin sich bestimmte Handlungsstränge weiterentwickeln – und wurde so immer wieder überrascht.

Gleichzeitig ist „Verlorene Schäfchen“ auch auf der sprachlichen Ebene ein Schatz. Wenn man bedenkt, dass die Großeltern der Mädchen einen Art Gnadenhof für alte Polizeipferde haben (der dann mehr zu einem Pferdefriedhof umgeschlagen ist), und dass Bud unerwartet zu Geld kommt, dann ist folgendes Zitat einfach genial: „Die Mädchen wunderten sich über die Spendierhosen ihres Vaters, hüteten sich aber, dem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen, aus Angst, der Gaul könnte im Garten ihres Großvaters unter der Erde landen“. Auch die Namen der Figuren, der Schule der Mädchen und anderer Institutionen sagen nur „Nomen est Omen“. Oh, und: Die Punkte über manchen (aber nur manchen!) c im ersten Drittel des Buches sind KEIN Druckfehler…! Schaut genau hin…

Als sich herausstellt, dass anscheinend irgendwas doch nicht ganz sauber ist in der Geschichte, nimmt das Ganze auch inhaltlich eine (absurde, was sonst…!) Fahrt auf. Für mich ist „Verlorene Schäfchen“ ein ebenso skurriler wie spannender Roman, der sein Potential voll ausnutzt und aus der Masse heraussticht.

Dafür gibt es

🐀🐀🐀🐀🐀 5/5 Leseratten

[ad/unbezahlte Webung, selbst gekauft] 

Penguin

2468: Katie Bennet – Beth is dead

Ein gelungener Thriller und gleichzeitig eine tolle Anlehnung an „Little Women“!

„Beth is dead“ springt einem ja schon alleine durch das Cover ins Auge. Auch wenn es eigentlich nicht meine Farbe ist – es ist passend und macht absolut neugierig. Aber das Buch ist deutlich mehr als nur sein hübsches Äußeres: Als großer Fan von „Little Women“ hat Autorin Katie Bernet die eigentlich im Jahr 1868/1869 erschienene Geschichte nicht nur in die heutige Zeit übertragen, sondern auch zu einem Thriller verwandelt. Denn wie im Original gibt es die Schwestern Jo, Meg, Beth und Amy – und Beth stirbt als erste. In „Little Women“ geschieht das durch Krankheit, in „Beth is dead“ aber durch Mord. Zunächst in dem Buch, das ihr Vater über die vier geschrieben hat (und das den Titel „Little Women“ trägt) und dann in der Realität nach einer Silvesterparty bei Sallie Gardiner, einer Freundin und Mitbewohnerin von Meg. Und jede und jeder ist hier verdächtig, denn die eigentlich so sanfte und vernünftige Beth könnte mehreren Personen im Weg gewesen sein.

Erzählt wird „Beth is dead“ aus den vier Ich-Perspektiven der Schwestern und sowohl im „Vorher“ als auch im „Nachher“, also vor bzw. nach Beth´ Tod. Beginnend mit Jo, die Beth´ Leiche entdeckt, und die ihre Schwestern Meg und Amy und natürlich die Polizei dazuruft. Schnell erfahren wir, dass der Vater der vier mit „Little Women“ einen Bestseller gelandet hat, allerdings dafür gecancelt worden ist und sich erstmal zurückgezogen hat, also nicht bei seiner Familie ist. Außerdem werden die möglichen Motive der vier Schwestern deutlich, während wir durch ihre Perspektiven springen und sowohl von ihren Sorgen,  Problemen und Umgang miteinander vor dem Mord mehr erfahren als auch das, was sie nach dem Mord bewegt:

Jo will in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Schriftstellerin werden, allerdings fehlt ihr immer noch die zündende Idee. Jo ist mir ehrlich gesagt zu Beginn am unsympathischsten gewesen, nicht nur, weil Laurie, ihr bester Freund, einmal in sie verliebt gewesen ist (oder es noch ist?) und sie darauf gerne mal herumreitet. Ihr Motiv: Braucht sie eine gute Idee, einen weiteren Skandal für ihr Buch?

Amy ist die Künstlerin der Familie und möchte unbedingt bei Fred Vaughn, einem berühmten Künstler, einen Workshop besuchen. Der ist aber teuer, und die Tante der Mädchen will schon Beth unterstützen, die Musik an der Plumfield studieren will.

Und Meg, die älteste der Schwestern, war mit John Brooke zusammen, Beth´ Klavierlehrer. Liegt hier ein mögliches Motiv für das, was Beth wiederfahren ist?

Während im Buch Detective Kirk und Detective Davis versuchen, den Fall zu lösen, habe ich mir beim Lesen natürlich auch selbst Gedanken gemacht, wer Beth etwas angetan haben könnte. Neben ihren drei Schwestern und Klavierlehrer John gibt es ja auch noch die bereits genannte Sallie Gardiner, Beth´ Freund Henry, Jos besten Freund Laurie und andere, die vielleicht ein Motiv gehabt haben könnten. Bis zum Schluss hab ich überlegt, eine Theorie entwickelt, sie wieder verworfen und von vorne. Das hat richtig Spaß gemacht, und wenn man „Little Women“ kennt (oder den Film gesehen hat), freut man sich über die vielen Verbindungen und Anspielungen. Die Auflösung habe ich zwar durchaus in einer meiner Theorien schon angedacht, aber sicher sein konnte man sich wirklich bis zum Schluss nicht.

Gleichzeitig hat „Beth is dead“ durchaus auch dramatische und emotionale Elemente (Kapitel 56 😢), die sich nahtlos in die Geschichte einfügen und das ganze zu einer richtig runden Sache machen. Mir hat dieses Buch wirklich viel Spaß gemacht und ich kann es euch empfehlen, wenn ihr mehrperspektivisch erzählte Geschichten mögt!

„Beth is dead“ bekommt daher

🐀🐀🐀🐀 4/5 Leseratten

[ad/unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar vom Verlag]
Danke an DTV für das Rezi-Exemplar!

2459: Annika Strauss mit Sebastian Fitzek – REM

Wenn außergewöhnliche Talente ihre Energien bündeln: Die „German Screamqueen“ und der „King of Thriller“ veröffentlichen mit REM ihren ersten gemeinsamen Horrorthriller. Und der hat es in sich: Alysee, die mit vier Jahren nach ihrer Mutter auch noch ihren Vater verlor, studiert inzwischen. Sie gibt sich die Schuld an seinem Tod. Er hatte ihr gesagt, sie dürfe auf keinen Fall einschlafen – doch sie fiel trotzdem ins Reich der Träume.
Als eine Anwältin ihr das Vermächtnis ihres Vaters überbringt, sieht sie eine Chance, der Wahrheit über ihre Vergangenheit näher zu kommen. Doch sie ahnt nicht, was sie und ihren besten Freund Nico im „Hotel de Ville“ erwartet… Droemer

2445: Tina N. Martin – Schattenschwester

Im dritten Band der Reihe um Ermittlerin Idun Lind verwebt Tina N. Martin erneut gekonnt mehrere Erzählstränge zu einer sehr spannenden und außerdem dramatischen Geschichte. Im Mittelpunkt steht das Thema Familie in vielfacher Hinsicht – nicht nur, weil die Tote, die von einem Kirchturm stürzt, Iduns Cousine ist. Als die Ermittlungen Idun und Calle zu einem Kinderheim führen, offenbaren sich nicht nur die Schicksale von Elivira und anderer junger Menschen, sondern auch die Tatsache, dass ein weiteres Mädchen nach Elvira aus dem Kinderheim verschwunden ist… blanvalet

2442: A. K. Turner – Was die Toten sehen

Cassie Raven vertraut sich selbst und ihrer besonderen Gabe wieder – die Toten zu „hören“. Da wird Bronte in die Rechtsmedizin gebracht, eine bekannte Sängerin mit großartigen Karriereaussichten. Cassie ist geschockt: Sie war nicht nur an dem Balkon vorbeigekommen und hat die Blutlache gesehen – sie kennt Bronte, allerdings unter ihrem richtigen Namen. Denn Bronte und Cassie sind zusammen zur Schule gegangen. Cassie glaubt trotz aller Anzeichen nicht an Selbstmord. Doch Phyllida Flyte ist inzwischen nicht mehr als Ermittlerin tätig. Was soll Cassie tun? Droemer

2430: Iliana Xander – Love, Mom

Mackenzie Casper ist Tochter einer Bestsellerautorin. Als ihre Mutter bei einem Unfall stirbt, gibt es eine pompöse Trauerfeier, an deren Ende sie einen Brief in ihrem Auto findet. Von ihrer Mutter, die ihr verspricht, ihr ein Geheimnis anzuvertrauen. Auf diesen Brief folgen weitere, und Mackenzie beginnt, in der Vergangenheit zu graben. Dabei kann sie – genau wie wir LeserInnen – niemandem trauen… Heyne

2426: Daniel Kohlhaas – Je tiefer der Wald

Wow! Daniel Kohlhaas kann Psychothriller, und wie: Mit Spannung, Atmosphäre und Charakteren, die einen ebenso positiv wie negativ berühren können! Vor 10 Jahren verschwand die dreijährige Leni bei einem Waldspaziergang. Die Ehe ihrer Eltern Julia und Sebastian zerbrach, Julia hat bis heute Albträume. Da taucht ein Mädchen auf, das nur ein Wort sagt: Leni. Kinder- und Jugendpsychologe Vinzenz Reker kümmert sich um sie und versucht gleichzeitig herauszufinden, ob es wirklich Leni ist und was vor 1o Jahren passiert ist. Doch nicht nur der Wald ist dunkel, sondern auch die Geheimnisse vieler an dieser Geschichte Beteiligter… Infos zum Buch bei Daniel Kohlhaas; erschienen bei CW Niemeyer

2418: Harlan Coben – In tiefster Nacht

Der neue Standalone-Thriller von Harlan Coben zeigt wieder einmal, dass er ein Meister verwickelter und überraschender Storys ist – und dass Charaktere eine eindeutige Stärke seiner Bücher sind.
Sami, der 2003 in Malaga Anna kennenlernte, glaubt bis heute, dass sie tot ist – denn er erwachte neben ihrer blutüberströmten Leiche. Inzwischen aus dem Polizeidienst ausgeschieden und als Privatdetektiv tätig, entdeckt er Anna (?) eines Abends in seinem „No shit, Sherlock“ -Kurs. Was dann beginnt, hätte er sich niemals vorstellen können… Goldmann

2417: Romy Hausmann – Himmelerdenblau

„Himmelerdenblau“ ist in meinen Augen Romy Hausmanns bestes, berührendstes und gleichzeitig wichtigstes Buch. Die Verbindung aus einer hochspannenden Geschichte und Romys Kunst, diese Geschichte auf ihre Weise zu erzählen, ist einzigartig!
Julie Novak verschwand 2003, der Fall wurde nie geklärt. Ihr Vater Theo hat nie aufgegeben, leidet aber inzwischen an fortschreitender Demenz. Als Podcasterin Liv gemeinsam mit ihrem Freund Julies Fall für ihren True-Crime-Podcast aufgreift, will sie auch mit Theo sprechen. Wird Theo noch erfahren, was mit Julie passiert ist, bevor die Demenz ihm diese Möglichkeit nimmt? Penguin

2410: Frida Skybäck – Schwarzvogel

Eine junge Frau läuft auf einen zugefrorenen See, sie bricht ein und stirbt. Doch warum ist es dazu gekommen? Wurde die Frau verfolgt – und wenn ja, wieso?

Frida Skybäcks erster Band mit Fredrika Storm und Henry Calment ist ein Schweden-Krimi vom Feinsten: Zwei sehr gegensätzliche Ermittler und ein komplizierter Fall, der die beiden auf ganz unterschiedliche Weise herausfordert. Denn Henry ist ein verschrobener Typ und Fredrika gerade erst nach Lund zurückgekehrt – und die Frage, wieso eine junge Frau zu Tode kam, führt Fredrika unter anderem zu den Mitgliedern ihrer eigenen Familie… dtv

2403: Vincent Kliesch – Auris. Puls der Angst

Auris: Puls der Angst ist der sechste und finale Band von Vincent Klieschs Auris-Reihe, geschrieben von Vincent nach der Idee von Sebastian Fitzek. Diesmal stehen Jula, Hegel und die anderen einer Bedrohung gegenüber, die mit der Vergangenheit von Julas Familie und auch von Hegel zu tun hat. Wie mir der letzte Band der Reihe um den forensischen Phonetiker gefallen hat, hört ihr in Folge 2403! Droemer

2365: Bella Mackie – What a way to go

Britischer schwarzer Humor vom Feinsten!
Anthony Wistern ist ein Frauenheld, Millionär und…tot. Im Himmel angekommen, soll er das Mysterium darum klären, wie er umgekommen ist, denn so ganz klar sind die Umstände seines Todes nicht. Während er versucht, mehr über seine Todesumstände herauszufinden, bemerkt er außerdem, dass seine Familie sich vor allem für das anstehende Erbe interessiert. Anthonys Hoffnung: Eine True-Crime-Bloggerin, die überzeugt ist, dass Anthony ermordet wurde. Aber was ist ihre eigentliche Absicht…? Heyne

2363: Yrsa Sigurdardóttir – Rauch

Eine Gruppe von Freunden fährt auf die Westmännerinseln, um an der Beerdigung einer gemeinsamen Freundin teilzunehmen. Doch alle werden tief in die Vergangenheit zurückgeworfen, als sie im Haus der Verstorbenen auf etwas stoßen. Die Freunde beginnen einander zu misstrauen, es gibt Streit – der nicht gut enden wird… Aber wer muss sterben? Und warum?
Nicht Yrsa Sigurdardóttirs stärkster Thriller, der aber dennoch mit den Protagonisten punkten kann. btb

2356: Annika Strauss – Nachtfahrt

„Nachtfahrt“ ist das Thriller-Debüt von Annika Strauss – und was für eins! Meisterhaft verbindet die Autorin ihre rasante Story mit Geheimnissen der Vergangenheit und Gegenwart.
Wir erleben Protagonistin Katha (Katharina), die aufgrund des Unfalltods ihres Vaters in die alte Heimat zurückkehrt. Bezweifelt sie doch von Anfang an, dass ihr Vater wirklich verunglückt ist, deuten bald weitere Dinge darauf hin, dass es jemand auf die Fahrschule abgesehen haben könnte. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, begegnet vielen alten Bekannten und muss sich bald fragen, was da eigentlich gespielt wird… Aufbau Verlag

2346: Vera Buck – Das Baumhaus

Ein hochspannender Thriller mit glaubwürdigen Charakteren, die durch ihre Ich-Perspektiven genial erzählt werden!
Henrik und Nora wollen mit ihrem kleinen Sohn Fynn eine Auszeit in Schweden nehmen – im alten Ferienhaus von Henriks Großvater. Das Haus muss zwar gründlich gereinigt werden, aber es ist Schweden, es gibt Platz, Ruhe und viel Wald! Doch in diesem verschwindet Fynn, und während Henrik und Nora verzweifelt nach ihrem Sohn suchen, entdeckt Rosa (die ihre eigene forensische Forschung vorantreiben will) ein altes Kinderskelett. Der kleine Ort in Schweden scheint nicht so friedlich zu sein, wie man sich das eigentlich vorstellt. Aber auch Henrik und Nora haben Geheimnisse, und nicht nur sie… Rowohlt

2286: Arno Strobel – Der Trip

Das Verschwinden ihres Bruders hat Evelyn aus der Bahn geworfen – umso mehr, als sie das Phantombild des Campingplatz-Killers sieht. Er sieht aus wie Fabian! Evelyn setzt alles auf eine Karte und versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen…
Für mich war „Der Trip“ leider in mehrfacher Hinsicht das schwächste Buch von Arno Strobel und auch als Thriller einer der langatmigsten seit langem. Warum, hört ihr in der neuen Krimikistenfolge! Fischer

2280: Freida McFadden – Wenn sie wüsste

Bei einem so gehypten und oft empfohlenen Buch bin ich naturgemäß erstmal skeptisch. Aber dann habe ich es doch gelesen – zum Glück! Denn Freida McFadden erfindet zwar das Rad nicht komplett neu, weiß aber ganz genau, wie sie ihre Leser mitzittern lassen kann. Und nicht nur das – nach der Hälfte des Buchs kommt ein wirklich guter Twist!
Millie kann ihr Glück kaum fassen – sie bekommt einen Traumjob bei Nina und Andrew, sie soll sich um das Haus und ab und zu um ihre Tochter kümmern. Doch kaum hat sie angefangen, wird der Traum zum Albtraum – und Millie weiß kaum, wie ihr geschieht… Heyne

2267: Frank Goldammer – Bruch. In eisigen Nächten

Ihr neuer Fall reißt Felix Bruch und Nicole Schauer in einen Strudel aus Mord und Gewalt, aus Täuschung und Verrat und führt sie in Bruchs eigene geheimnisvolle Vergangenheit!
Frank Goldammer ist ein wirklich meisterhaftes Buch gelungen, dass die Leserinnen und Leser an Grenzen führt – an die Grenzen des Möglichen und des Verstandes. Dabei tauchen sie tief in den Fall und in Bruchs eigene Geschichte ein. Absolut genial! Wunderlich

2235: Gillian McAllister – Going back. Wo fing das Böse an?

Grandios erzählt Gillian McAllister einen absolut außergewöhnlichen Plot und überrascht ihre Leser mit nicht erahnbaren Querverbindungen! Gefangen in einer Zeitschleife versucht eine Mutter, einen Mord in der Zukunft zu verhindern. Den Mord, den ihr Sohn begehen wird…

Jen ist Mutter eines jugendlichen Sohns – doch als sie eines Abends beobachten muss, wie Todd vor ihrem Haus einen Fremden ersticht, bricht ihre Welt zusammen. Todd wird verhaftet, Jen will alles tun, um ihm zu helfen. Doch als sie am nächsten Tag aufwacht, ist es nicht der Tag nach dem Mord – sondern der Tag VOR dem Mord! Immer weiter in der Vergangenheit wacht jen jeweils morgens auf und versucht, herauszufinden, wo der Auslöser für die Tat ihres Sohnes liegt.
Piper

2205: Roman Klementovic – Wenn der Nebel schweigt

Prägnant, eindrücklich und hochspannend: Roman Klementovic ist ein Garant für Spitzenlots mit überraschenden Wendungen. Das zeigt er auch wieder in „Wenn der Nebel schweigt“: Jana kehrt auf die Bitte eines Bekannten in ihren Heimatort zurück und findet ihr Elternhaus in absolutem Chaos vor. Ihr Vater, der beschuldigt wurde, Janas Mutter getötet zu haben, hat sich zum Messi entwickelt. Er will Jana nicht aufräumen lassen, die es trotzdem tut, und dabei auf einen Hinweis stößt, der möglicherweise bedeutet, dass ihr Vater tatsächlich nicht der Mörder seiner Frau gewesen ist. Gleichzeitig ist eine Frau aus dem Ort spurlos verschwunden… Gmeiner

2204: Takis Würger – Unschuld

Molly Carver stottert, und der Umgang mit Menschen ist nicht nur deshalb für sie alles andere als einfach. Als es jedoch darum geht, möglicherweise die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, wächst sie über sich hinaus. Er wurde für den Mord an einem Sohn der reichen Familie Rosendale verurteilt, und Molly bleibt nicht viel Zeit, um zu beweisen, dass ihr Vater vielleicht doch nicht der Täter war. Sie wagt sich in die Höhle des Löwen: unter falschem Namen in das Haus der Familie Rosendale… Penguin

2174: Claire Douglas – Schönes Mädchen. Alle Lügen führen zu dir

Una zieht als Betreuerin für die ältliche Hausherrin Elspeth in das große Haus der Familie McKenzie. Schnell merkt sie, wie angespannt die Stimmung ist. Elspeths Tochter Kathryn begegnet Una geradezu feindlich. Aber warum? Dann erfährt Una, dass nicht nur Kathryns Schwester Viola vor langer Zeit verschwand, sondern auch, dass sie nicht die erste Betreuerin für Elspeth McKenzie ist. Und was mit den Mädchen vor ihr passiert ist… Penguin

2169: Christine Brand – Der Unbekannte

Christine Brands Protagonisten Milla Nova, Sandro Bandini und Nathaniel sind jeder auf seine Art besonders – in „Der Unbekannte“ rückt Nathaniels ungewöhnliche Vergangenheit in den Fokus. Sein Vater tötete die Familie, nur Nathaniel überlebte und erblindete. Als er die Fallakten anfordert, tauchen Ungereimtheiten auf – und Nathaniel gerät ernsthaft in Gefahr. Aber auch Milla bzw. ihre Mutter steckt in der Klemme. In ihrem Bett liegt ein Toter, und sie braucht dringend die Hilfe ihrer Tochter… Blanvalet

2168: Henri Faber – Kaltherz

Ich habe einiges nachzuholen – und hier kommt auch gleich das nächste Thriller-Highlight, das ihr unbedingt lesen solltet!
Henri Faber legt mit „Kaltherz“ noch eine Schippe drauf: Meisterhaft erzählt er aus verschiedenen Perspektiven so authentisch, dass man ihm jede Figur seines Buches abnimmt – von der sorgenden Mutter über den harten Geschäftsmann bis zum kleinen Mädchen. Und die problembeladene Ermittlerin… Doch vielleicht ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint… dtv

2123: Madita Winter – Mordlicher

Anelie Andersson ist „irgendwo im Nirgendwo“ am Polarkreis in Schweden – und kurz vor der Schließung ihrer Polizeistation, weil einfach so wenig los ist, dass sich eine eigene Station nicht lohnt. Anelie braucht einen Fall, doch als ein Junge verschwindet und einige Zeit später tot gefunden wird, geht ihr dieser Fall an die Nieren. Denn der Junge wurde gefangen gehalten – aber wo und von wem? Anelie und ihre Kollegen kommen einem Zusammenhang mit früheren, verschwundenen Personen auf die Spur – doch ihre Vorgesetzten wollen ihr nicht glauben… Rütten & Loening

2114: Judith Merchant – Schweig!

Esther fährt einen Tag vor Weihnachten zu ihrer Schwester Sue, um ihr ein Weihnachtsgeschenk zu bringen. Und um nach dem Rechten zu sehen, denn seit der Scheidung lebt Sue, die von Esther nur „Schnecke“ genannt wird, alleine in einem großen Haus im Wald. Je länger die beiden sich unterhalten, desto klarer wird, dass letztes Jahr an Weihnachten etwas vorgefallen ist. Dass vielleicht etwas nicht stimmt. Die Frage ist nur was – warum – und mit wem.. Kiepenheuer & Witsch

2102: Katrine Engberg – Das Nest

Das Nest

Das neue Buch von Katrine Engberg bringt seinen Leserinnen und Lesern Hochspannung, die aber nicht thrillermäßig ist, sondern sich vor allem durch eine gründliche, vielschichte Ermittlung auszeichnet. Jeppe und Anette sind diesmal besonders gefordert – auch, weil ein Jugendlicher vermisst wird und sie beide selbst in Familienstrukturen eingebunden sind. Aber auch Esther de Laurenti mischt wieder mit – und der Suchtfaktor dieses 4. Bandes der Kopenhagen-Reihe ist mindestens genau so groß wie bei den drei Vorgängern! Diogenes

Neugierig geworden? Auf unserer Facebook-Seite gibt es ein Exemplar des Buchs zu gewinnen!

2084: Lisa Jewell – Weil niemand sie sah

Als Ellie Mack 15 ist, verschwindet sie spurlos. Die Polizei geht davon aus, dass sie ausgerissen ist – aber ihre Mutter Laurel hat das nie wirklich geglaubt und immer die Hoffnung gehabt, ihre Tochter eines Tages wiederzufinden. 10 Jahre später werden Kleidungsstücke von Ellie gefunden und Knochen – Laurel kann ihre Tochter endlich beerdigen. Außerdem lernt sie einen neuen Mann kennen, die Ehe mit Ellies Vater Paul zerbrach an deren Verschwinden. Als Laurel seiner neunjährigen Tochter Poppy begegnet, ist sie fassungslos, denn Poppy sieht Ellie unfassbar ähnlich. Laurel kann all die unbeantworteten Fragen nicht loslassen – was ist mit Ellie wirklich passiert? Limes