2474: Tatjana Kruse – Wer zuerst liest, stirbt zuletzt

Wortwitz, tolle Figuren und eine Krimibuchhandlung als Setting – was will man mehr?

Ich lese ja gerne immer mal wieder ein bisschen cosy, und die Bücher von Tatjana Kruse (nicht verwandt, nicht verschwägert) sind einfach immer wieder spannend und gleichzeitig entspannend. Ja, das geht: In eine Krimödie abzutauchen ist immer wieder besonders. Der Schauplatz von Tatjanas neuem Buch „Wer zuerst liest, stirbt zuletzt“ ist tollerweise eine kleine Krimibuchhandlung (Mord und mehr), die Julia Hortmann gehört – sie hat sich dafür entschieden, ihr Erbe in genau diese Buchhandlung zu investieren. Sie kämpft zwar mit der Buchführung (wer nicht….), liebt aber ihren Laden, der ebenso antiquarische Bücher bietet wie Neuerscheinungen.

Bei ihr arbeitet das Goth-Girl Lilly (was mir ja schon aus logischen Gründen extrem symapthisch ist) und mit den BesitzerInnen der anderen kleinen Geschäfte versteht sie sich auch super. Doch dann beobachtet Julia einen verdächtigen Teppichtransport und auf einmal kommt es zu mehreren verdächtigen Todesfällen in der naheglegenen Seniorenresidenz, und Julia wird zur Ermittlerin. Schließlich kennt Sie sich aus! 

Tatjana Kruse versteht es wie kaum eine andere, unterhaltsame und eigenwillige Charaktere zu schreiben, die aber in keiner Weise in die Lächerlichkeit abrutschen. Allen voran Julia selbst, die keine gelernte Buchhändlerin ist und von der wir den Kapiteln vorangestellt immer wieder lesen, was für sie einen guten Krimi ausmacht. Und das, was da genannt wird, finden wir auch im darauffolgenden Kapitel! Aber auch Lilly, die immer wieder kein Glück bei der Auswahl ihrer Dates hat, obwohl Henner Sillikens, der Fitnessclubbesitzer (un)heimlich auf sie steht (was Lilly aber gekonnt ignoriert). Und auch der Buchclub, dem ein paar sehr interessante LeserInnen angehören und die BewohnerInnen der Seniorenresidenz (wie z.B. Frau Semmerling, die immer wieder ihr Buch umtauscht, weil es ihr nicht gefällt – anstatt die Bücher zu kaufen….) sind ebenso speziell wie lustig-sympathisch.

Gekonnt verbindet Tatjana Kruse diese herausragende Basis mit einer spannenden und gleichzeitig amüsanten Story, bei der man schnell beginnt, gemeinsam mit Julia zu überlegen, was hinter den seltsamen Vorgängen steckt.

Nicht nur, dass der neu zugezogene Nachbar einen Teppich mit fraglichem Inhalt in seine Wohnung bringt, auch die nach und nach versterbenden SeniorInnen machen Julia misstrauisch, während die Polizei ihr unterstellt, nur zuviele Krimis gelesen zu haben. Und natürlich will Julia gerade deshalb die Wahrheit herausfinden, denn wer eine Krimibuchhandlung hat, der oder die bringt einfach ein Interesse an Mysteriösem mit!

Dass Julia außerdem einen Hund namens Hund hat (wie bei Columbo eben), der statt Rassehund ein Schäpidotschi ist, rundet das Szenario ab und zeugt ebenso von Tatjanas sprachlicher Finesse wie viele andere Stellen und „hidden Links“ im Buch. Nicht zuletzt verkauft Julia neben Thrillern und Nordseekrimis auch Krimödien, wohnt der Arzt in der Seifferheldstraße und werden Chuck Norris und Margaret Rutherford an extrem passenden Stellen als Vergleich angebracht. (Und Margaret Rutherford IST UND BLEIBT die einzig wahre Miss Marple! Forever!). Für mich ist „Wer zuerst liebt, stirbt zuletzt“ eine perfekte Fusion aus so vielem, was ich liebe und ein absolut lesenswerter Buchhändlerinnen-Ermittlerkrimi.

Ein Hoch auf Julia und alle anderen buchliebenden Buchhändlerinnen, ohne die wir Leseratten aufgeschmissen wären!

Und da wir gerade dabei sind: „Wer zuerst liest, stirbt zuletzt“ bekommt daher absolut verdiente

🐀🐀🐀🐀🐀 5/5 Leseratten

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Insel/Suhrkamp

(Ach ja: Wenn ihr wissen wollt, was ein Schäpidotschi ist, müsst ihr das Buch lesen!)

2463: Eryn Scott – Ein Mord in 3B

Ich mag es ja auch durchaus gerne mal cosy, und als ich „Ein Mord in 3B“ entdeckt habe, war klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Ihr müsst nämlich drei Sachen über Protagonistin Meg Dawson wissen:

1. Sie kehrt ins Morrisey nach Seattle zurück, weil ihre Karriere als Künstlerin nicht geklappt hat.

2. Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen, z.B. mit ihrer besten Freundin Ripley (die ein Geist ist).

3. Meg findet eine Leiche – und will diesen Mord, der im Morrisey geschehen ist, lösen.

Ermordet wurde ein Nachbar aus dem Haus, Mathew Miller, der sehr zurückgezogen gelebt hat. Kaum jemand hat ihn je gesehen. Wer könnte ein Interesse gehabt haben, ihn zu ermorden, und warum?  Meg, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird, macht sich gemeinsam mit Ripley auf die Suche nach der Wahrheit. Und mit Laurie, ihrem Nachbarn, den sie früher schon viel zu sehr gemocht hat. 

„Ein Mord in 3B“ bringt so vieles mit. Es gibt ein Verbrechen und die Suche nach dem Täter, gleichzeitig aber auch den leicht „übersinnlichen“ Anteil, da Meg Geister sehen kann (und andere nicht – was teilweise zu lusitgen Situationen führt). Neben Ripley gibt es nämlich noch einen Geist, auf dessen Spuren die beiden sich begeben – und bei dem die Frage ist, wieso er zu diesem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort auftaucht und wie er zum Geist geworden ist. Denn das spielt eine Rolle, und wir lernen einiges über die „Regeln“ der Geisterwelt. Doch das ist längst nicht alles: Gleichzeitig gibt es die Schwärmerei von Meg für Laurie, und die beiden tauchen gemeinsam tief in die Geheimnisse der Morrisey-Bewohner ein. Und wir mit ihnen, denn je mehr sie herausfinden, desto dringlicher wollen sie (und wir LeserInnen) wissen, was hinter dem Mord steckt.

Nicht zuletzt ist aber auch die Frage nach Megs gescheiterter Karriere als Künstlerin tiefgehender, als man erstmal vermutet. Und ein bisschen Drama gibt es auch. Was mich fasziniert ist, dass Eryn Scott es gelingt, all das in ein Buch zu packen, ohne dass es überladen ist oder von irgendeiner Sache zuviel. Im Gegenteil: „Ein Mord in 3B“ hat richtig viel Spaß gemacht und mich gleichzeitig auf eine ganz bestimmte Weise berührt.

Dafür bekommt es

🐀🐀🐀🐀 4 von 5 Leseratten

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2456: Katharina Schendel – Mord im Museum

Cosy Crime vom Feinsten, verbunden mit tollen Figuren! Molly wird am Tag der Hochzeit von ihrem zukünftigen Ehemann sitzengelassen. Was für ein Glück – zumindest entpuppt sich diese Katastrophe als solches, als Molly ein Haus inklusive Museum in Cornwall erbt. Voraussetzung: Sie muss ledig sein.
Was ihre Großtanten ihr da vererbt haben, hat es in sich. Als ein Besucher des Museums (der erste und einzige) die Miss-Marple-Wachsfigur beschädigt, sucht Molly den Mann – und findet seine Leiche. Und Molly ist gemeinsam mit Briefträgerin Charlotte und Bestatter Dexter in eine Ermittlung verwickelt, die es in sich hat. Während Beauftragte von Madame Tussauds auf dem Weg sind. Um die der Miss-Marple-Figur zu begutachten… Ullstein

2424: Carina Heer – Das Bierkomplott

Evi Pflaum hat es nicht leicht: Zurück in der alten Heimat Franken muss die eigentlich taffe Staatsanwältin erst einmal in ihrem alten Kinderzimmer wohnen, während die Einliegerwohnung von ihrer Mutter als Lager zweckentfremdet wird. Im neuen Job wird sie mit Aufträgen überhäuft, da ihr Chef krank ist – von Verfahren bis zum Jour-Dienst (ständige Erreichbarkeit für die Ermittlungsbehörden) – und dann taucht auch noch eine Leiche auf, die malzig riecht und mit grünem Flaum überzogen ist. Was geht da vor im biertrinkfreudigen Franken? Ein Lichtblick ist wenigstens der auch am Tatort anwesende und extrem gutaussehende Gerichtsmediziner… Gutkind

2401: Nicola Whyte – Marchfield Square

Ein echter Cosy-Crime-Detektivroman ist „Marchfield Square“: Als in der gleichnamigen Wohnanlage ein Mord passiert, beauftragt die Vermieterin Celeste van Duren die Reinigungskraft Audrey und den stoffeligen Autor Lewis mit den Ermittlungen. Schnell stellt sich raus: In Marchfield Square gibt es viele Geheimnisse. Aber welche davon haben mit dem Mord zu tun? Lübbe

2261: Emily Winston – Der Mordclub von Shaftesbury. Ein Herz und eine tote Seele

Penelope und Sam sind wieder da – und es gibt jede Menge zu tun, denn die Bewohner von Shaftesbury sind weiterhin der Meinung, Penelope habe eine Detektivagentur. Unterstützt von Tierarzt Sam Bower ist der schwerste Fall allerdings nicht die Diebstahlserie in Shaftesbury oder die seltsamen Gestalten, die das alte Herrenhaus gekauft haben, sondern der unbeliebte und plötzlich sehr tote Pfarrer… Aufbau Verlag

2250: Anders de la Motte & Måns Nilsson – Der Tod macht Urlaub in Schweden

Peter Vinston ist eigentlich Ermittler – aber aus gutem Grund krankgeschrieben und daher auf Urlaub in Österlen bei seiner Exfrau, seiner Tochter und dem neuen Lebensgefährten. Doch als eine ungeliebte Maklerin umgebracht wird, wird er entgegen dem Willen seiner Exfrau und gegen jegliche Vernunft aktiv, was der jungen, ehrgeizigen Ermittlerin Tove Esping gar nicht gefällt, die sich fragt, wieso der ewig anzugtragende Vinston die Füße nicht stillhalten kann… Droemer

2236: Helen Cox- Mord im Buchladen. Miss Bowes und das Rätsel um die verschwundenen Bücher

Der zweite Fall für Kitt und Evie – der dieses Mal noch mehr mit Büchern zu tun hat als Band 1, denn bei einem Einbruch in einen Buchladen werden wertvolle Erstausgaben gestohlen. DS Charlotte Banks wird beschuldigt, die Einbrecher brutal zusammengeschlagen zu haben – und Evie und Kitt wollen beweisen, dass das nicht stimmt und herausfinden, was es mit den verschwundenen Büchern auf sich hat. Ein Cosy-Crime für Bücherliebhaber mit leichten Schwächen in der B-Note. Lübbe

2207: Emily Winston – Der Mordclub von Shaftesbury

Very british: Penelope soll im idyllischen Shaftesbury eine Zweigstelle der Partnervermittlung eröffnen, für die sie arbeitet. Das platte Land ist eigentlich gar nichts für sie, und ausgerechnet die Tierarztpraxis ist neben den neuen Agenturräumen. Penelope mag keine Tiere und besonders keine Ratten! Doch schnell ist sie nicht nur voll in die Belange des Dorfes und seiner Bewohner eingebunden, sie findet auch eine verletzte Frau, die vermutlich absichtlich angefahren wurde. Und schon ist sie mittendrin im Abenteuer. An ihrer Seite: Dr. Sam Bower, Tierarzt… Aufbau Verlag

2079: Helen Cox – Mord am Münster

Kitt ist Bibliothekarin mit Leib und Seele. Von anstrengenden Kunden wie dem Mann, der gleich zu Anfang des Buches in der Bibliothek von York auftaucht, lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Als aber ihre beste Freundin Evie verdächtigt wird, ihren Ex umgebracht zu haben, kann Evie das nicht glauben und will Inspector Halloran das Gegenteil beweisen.
Helex Cox serviert mit „Mord am Münster“ einen Cory-Crime-Roman vom Feinsten, der auch eine Prise Romantik mitbringt. Lübbe

1913: Matthew Costello & Neil Richards: Mydworth – Bei Ankunft Mord

Mydworth ist ein kleiner verschlafener Ort in Sussex. Als Harry Mortimer 1929 mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Katherine in seinen Heimatort zurückkehrt, werden die beiden Zeuge eines Verbrechens. Auf Mydworth Manor, dem Anwesen von Harrys Tante Lady Lavinia, werden wertvolle Juwelen gestohlen und einer der Diebe auf frischer Tat erschossen. Harry und Katherine ermitteln auf eigene Faust. Ein wunderbares Hörbuch für alle Fans des englichen Landhauskrimis. LübbeAudio

1737: Alexandra Fischer-Hunold – Eine Leiche zum Tee

Cosy Crime vom Besten: Amy hilft ihrer Tante Clarissa bei der Vorbereitung für die 500-Jahr-Feier ihres kleinen Ortes. Auf der stirbt allerdings die ungeliebte, bösartige Klavierlehrerin – und Finn, in den Amy verliebt ist, ist ebenso wie einige andere überaus verdächtig. Natürlich will Amy Finns Unschuld beweisen. Wie gut, dass Clarissa so etwas wie die Miss Marple von Ashford-on-Sea ist… Ueberreuter

1563: Michelle Kelly – Das bisschen Mord

In Belfrey geht es hoch her: Eine Kunstausstellung steht kurz bevor, als der gesamte Ort den Streit zwischen dem Bürgermeister und Keeleys Erzfeindin Raquel beobachtet. Kurze Zeit ist der Bürgermeister tot – ermordet. Die Hauptverdächtige ist natürlich Raquel, die Keeley um Hilfe bittet. Zu dumm, dass Keeley da nicht nein sagen kann, weil sie das Ermitteln so spannend findet – denn das belastet ihre Beziehung zum Polizisten Ben. Dass ihre sehr eigene Mutter sie besucht und ihre Wohnung und ihr Cafe belagert, macht Keeleys Situation auch nicht gerade einfacher… Aufbau-Verlag

1504: Matthew Costello & Neil Richards: Cherringham – Landluft kann tödlich sein (Folge 3 & 4)

Zwei neue Fälle für das ungleiche Ermittlerduo Sarah und Jack, in denen die beiden vor neue Herausforderungen gestellt werden: Ein Mord und ein Diebstahl der besonderen Art lassen Sarah und Jack zur Höchstform auflaufen. Dabei behält die Reihe jedoch ihren Charme bei, der aus einer Mischung von englischem Flair und mordernen Elementen besteht. Lübbe Audio

1493: Matthew Costello & Neil Richards: Cherringham – Landluft kann tödlich sein (Folge 1 & 2)

 

 

 

 

Alles ist friedlich auf dem platten Land? Ganz sicher nicht, zumindest nicht in Cherringham. Caro hat nach einigem Zaudern beschlossen, sich auf die ersten beiden Folgen der inzwischen 26-bändigen Reihe als Hörversion anzuhören – und erlebte eine Überraschung. Webdseignerin Sarah und Ex-Detective Jack ließen sie nicht mehr los… Lübbe Audio

885: Hamrick – Mord inklusive

Endlich bei den Pyramiden! Das hatten sich Jocelyn, frischgeschiedene Highschool-Lehrerin aus Texas, und ihre Cousine Kyla schon lange gewünscht. Doch bereits am ersten Tag wird eine ihrer Mitreisenden ermordet. Gehört der Täter etwa ihrer Reisegruppe an? Manch einer davon ist wohl nicht der, der er zu sein vorgibt. Besonders verdächtigt erscheint Jocelyn der attraktive Alan. Er spricht Arabisch, mischt sich überall ein und kann sich offenbar nicht zwischen ihr und Kyla entscheiden. Doch auch das Ehepaar aus Australien hat ein Geheimnis. Eine Buchvorstellung von Kristine Greßhöner. >>> Infos