2476: Benjamin Cors – Nebelbeute

Nur noch ein paar Seiten (und dann ist es halb 2 nachts…)

Dass Benjamin Cors Thriller kann, hat er ja eindrücklich mit den ersten beiden Bänden um die „Gruppe 4“ bewiesen. Fans der Reihe (wie ich) haben natürlich auf diesen dritten Band gewartet, und das aus mehreren Gründen: In meinen Augen sind die Charaktere erstklassig. Allen voran natürlich Mila Weiss und Jakob Krogh, aber auch Lucy (die ich einfach super finde) sowie „der Finne“, Lasse, Ludger und die anderen. Oh, nicht zu vergessen den Profiler Bender – der nun wirklich speziell ist. Gleichzeitig schafft Benajmin Cors es, Spannung aufzubauen und uns LeserInnen zu überraschen. Wer die ersten beiden Teile kennt, weiß, dass es einen Fall gibt, der Mila schon lange nicht loslässt, und um den geht es in „Nebelbeute“ (unter anderem): Das Verschwinden der beiden Mädchen Mathilda und Romy. Den beiden hat Mila versprochen, sie zu finden, hat dafür alles gegeben – und jetzt hat sie einen Hinweis, wo sie den möglichen Verantwortlichen Johannes Toblach finden kann. Daher ist sie in eine einsame Berggegend gefahren, um ihn zu jagen. Doch das ist für sie selbst auch nicht ganz ungefährlich. Sie verschwindet.

„Nebelbeute“ wird in drei Teilen erzählt. Der erste Teil –  mit dem Fokus auf Mila – verfolgt vor allem ihre Suche nach Toblach und lässt uns LeserInnen miterleben, wie sie in den einsamen Wäldern strategisch versucht, ihn zu finden und WIE viel ihr das bedeutet. Das Versprechen ist alles für Mila – und sie ist bereit, alles zu tun. Dabei lernt sie auch die BewohnerInnen eines kleinen Bergdorfs kennen. Die sind genau so eigent, wie man sich Dorfcharaktere wünscht: Die Wirtin Maria, der Pfarrer Benedikt Emmler, der Besitzer des Kramladens, der in der Trauer über den Tod seiner Frau versinkt und natürlich auch der Sonderling des Dorfes, der nicht spricht und immer im Lokal sitzt und zeichnet. Kurz nach Milas Ankunft wird eine brutal drapierte und zugerichtete Leiche gefunden, und dann verschwindet Mila – und wir Leser folgen im zweiten Teil verstärkt Jakob und dem Rest der „Gruppe 4“, die Milas Spur in die Bergwälder folgen. Wegen der dort stattfindenden Morde, aber in erster Linie wegen Mila – wovon die örtlichen Ermittler Tom Hillgarten und Rieke Spengler mäßig begeistert sind. Auch Mila hatten sie schon kennengelernt, weil der Mord kurz nach Milas Auftauchen natürlich für Skepsis gesorgt hat – und dann geht der wilde Ritt erst richtig los.

„Nebelbeute“ bringt so vieles mit, was wir begeisterten Thriller-LeserInnen lieben: Hochspannung, einen Serientäter, schrullige Charaktere (das Szenario in dem Bergdorf ist super!), Ermittlungsarbeit und falsche (und richtige) Fährten. Dabei entwickelt Benjamin Cors die Charaktere der „Gruppe 4“ weiter, und zwar jeden und jede für sich. Mila und Jakob mit ihren jeweiligen Geheimnissen, und auch die anderen haben im privaten Bereich jede/r Neuigkeiten. Und jede/r macht das, was er oder sie am besten kann – ein richtig tolles Team. Manchmal (und das ist mein einziger, kleiner Kritikpunkt) vielleicht etwas zu perfekt. Am meisten überrascht hat mich dabei (ebenso wie die KollegInnen) wohl Profiler Max Bender. Und als ich gestern einfach noch ein paar Seiten lesen wollte, konnte ich auf den letzten 150 Seiten einfach nicht aufhören und bin nur so durch das Buch geflogen.

Denn während der genial (!!!) eingebauten Auflösung hält Benjamin Cors noch einen echten Knaller bereit. Und außerdem…. nein, das müsst ihr selbst lesen, denn es ergibt sich aus dem Verlauf dieser irre spannenden Geschichte.

„Nebelbeute“ bekommt daher

🐀🐀🐀🐀,5 4,5 von 5 Leseratten

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DTV

2475: Leonie Swann – Widdersehen

Ein Wieder (Widder-)sehen mit vielen alten Bekannten und der alten Heimat Glennkill! Vor 21 Jahren hat Leonie Swann mit „Glennkill“ (2005) ihren ersten Schafskrimi veröffentlicht – und der hat mich damals ebenso wie viele andere absolut mitgerissen. Nicht nur wegen der „niedlichen Schafe“, sondern vor allem wegen des Wortwitzes und der Schafs-Gedanken und -ermittlungen. Inzwischen gibt es Miss Maple, Mopple the Whale und die anderen Mitglieder der Schafsherde auch im Kino zu sehen. Für mich viel interessanter ist aber der dritte Schafskrimi-Band „Widdersehen“, denn nachdem ich „Glennkill“ geliebt habe, war Teil 2 „Garou“ (2010) zwar auch toll, kam aber nicht an den ersten Teil heran. Vielleicht lag es auch an dem Setting in Frankreich, das könnte ich mir nach dem Lesen von „Widdersehen“ tatsächlich vorstellen.

Fakt ist: Ich habe „Widdersehen“ mit großer Vorfreude entgegengefiebert, und auch die Schafsherde freut sich, nach Hause zurückzukehren. Ihre Schäferin Rebecca bricht die Reise durch Europa ab und kehrt nach Irland zurück, doch da ist längst nicht alles so, wie die Schafe esd in Erinnerung haben. Drei Fremdschafe bevölkern ihre Weide und der Metzger taucht in vollkommen neuer Funktion auf, während Rebecca verschwindet. Miss Maple, Leitwidder Othello und den anderen ist klar: Sie müssen sie dringend suchen, denn was ist eine Herde ohne Schäferin oder Schäfer? Bei all dem spielen schmutzige Geschäfte und abgeschnittene Finger eine ganz eigene Rolle. Da bleibt zu hoffen, dass die Wollensstärke und die Wollidarität der Herde ausreicht, um das alles wieder geradezubiegen. 

Ich machs mal kurz: Ich hab´s geliebt. Das Wiedersehen nach so langer Zeit mit den liebenswerten, schrulligen und besonderen Charakteren der Schafe war einfach nur toll. Auch wenn „Garou“ jetzt schon 16 Jahre her ist, war ich sofort wieder drin. Ja, hilfreich ist sicherlich auch die Auflistung der „Dramatis Oves“ am Anfang des Buches, aber auch ohne diese Personen- .. Pardon, Schafsliste hätte ich die ProtagonistInnen sofort wieder draufgehabt. Miss Maple als klügstes Schaf der Herde, Othello als Leitwidder, Sir Ritchfield, der sich so gerne duellieren will… all diese schafigen Helden waren sofort wieder da.

Zurückgekehrt nach Irland müssen sie sich gleich so viele Herausforderungen stellen – Rebecca ist weg, sie brauchen eine/n neue/n SchäferIn, der oder die ihnen vorliest und sich um sie kümmert, so wie es George früher immer gemacht hat, bevor er in Band 1 (kein Spoiler) ermordet wurde. Gleichzeitig verfolgen wir LeserInnen auch immer wieder, was James Flock tut – wer das ist und welchen Zusammenhang es zwischen ihm und Rebeccas Verschwinden gibt, verrate ich natürlich nicht. 

Was die Bücher von Leonie Swann wirklich auszeichnet, ist, dass ich mir einfach vorstellen kann, dass die Schafe der Herde wirklich genau so denken könnten, wie sie es in der Geschichte tun. Sie interpretieren alles aus ihrer Schafssicht, und die ist – das muss man mal hervorheben – so oft eigentlich sehr viel logischer als vieles, was wir Menschen so anstellen (und uns dabei für besodners klug halten…). Gleichzeitig streut Leonie Swann einfach ihren unverwechselbaren Humor ein, der mich an soooo vielen Stellen hat schmunzeln lassen. Diese Verbindung ist in meinen Augen einzigartig und kein anderer Tierkrimi hat das jemals auf dem Level erreicht, das Leonie Swann schafft. Wenn da ein abgetrennter Finger in der Teetasse steht, wundern die Schafe sich, wieso – denn wenn Rebecca ihren Tee mal mit dem Finger umgerührt hat, ja, wenn überhaupt, dann nur mit ihren eigenen und angewachsenen Fingern.

Ich könnte noch so viele Beispiele bringen, aber das würde diesem Buch den Drive nehmen. Daher kann ich nur sagen: Lest diese Fortsetzung unbedingt, denn in meinen Augen kommt „Widdersehen“ wieder ganz nah an den Effekt heran, den „Glennkill“ damals auf mich hatte. Inklusive der Tatsache, dass bei all den schafischen Betrachtungsweisen auch immer wieder eine ganz großartige Weisheit durchblitzt. Zum Beispiel, wenn Madouc, Schaf auf Probe (ihr kennt sie vielleicht als Ziege aus „Garou“) proklamiert: „Werden ist interessanter als sein!“ 

Recht hat sie, finde ich. Und wenn ihr Glennkill gemocht habt, kann ich euch „Widdersehen“ nur voll und ganz ans Herz legen! Dieses großartige, großschafige Buch bekommt von mir daher voll und ganz verdiente 

🐀🐀🐀🐀🐀 5/5 Leseratten 

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Dumont

2473: Madeline Cash – Verlorene Schäfchen

Sinnkrisen, persönliche Katastrophen und realistisch-skurrile Figuren statt Vorzeigefamilie

Die Familie Flynn, die im Mittelpunkt von „Verlorene Schäfchen“ steht, könnte eine echte Klischeefamilie sein: Mutter Catherine, Vater Bud und die drei Töchter: Harper (12), Louise (15) und Abigail (17). Doch Catherine hat neuerdings Interesse an Nachbar (und Buds Feind) Jim Doherty, woraufhin Bud beschlossen hat, im Auto in der Garage zu wohnen. Er arbeitet als Buchhalter für den Alabastar Harbour, der (wie gefühlt die ganze Stadt) dem Tech-Milliardär und Sohn des Stadtgründers Paul Alabaster gehört. Dessen Machenschaften scheinen nicht ganz sauber zu sein, doch damit will sich niemand auseinandersetzen – außer vielleicht Buds Tochter Harper, die „verhaltenskreativ“ ist, äußerst intelligent, aber auch gleichzeitig eine riesige Verschwörung wittert. Nicht, dass es mit den beiden anderen Mädchen problemlos läuft: Louise, die „Mittlere“ und „Gewöhnliche“ hat Kontakt zu einem (mutmaßlich) kanadischen Online-Freund, der sie überreden will, eine Bombe zu bauen und Abigail, die einfach unfassbar hübsch ist, geht eine Beziehung mit „Kriegsverbrecher-Wes“ ein, der übrigens als Wachmann bei den Alabasters arbeitet. 

Ach ja, noch nicht erwähnt habe ich die Mückenplage in der Kirche, an der Father Andrew eindeutig Miss Winkle die Schuld gibt. Sie hat nämlich eine Pflanze angeschleppt. Aber Miss Winkle leitet auch die Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“, der Bud sich anschließt, als er es muss – weil sein Vorgesetzter ihm die Pistole auf die Brust setzt, weil seine Arbeitsmoral nicht stimmt. Und das tritt dann etwas los, das eine Lawine weiterer skurriler Ereignisse nach sich zieht…

Ganz ehrlich: Ich hab das Buch von Anfang an geliebt. Immer, wenn ich gedacht habe, absurder geht es nicht, hat Madeline Cash noch einen draufgesetzt. Zu keinem Zeitpunkt habe ich auch nur geahnt, wohin sich bestimmte Handlungsstränge weiterentwickeln – und wurde so immer wieder überrascht.

Gleichzeitig ist „Verlorene Schäfchen“ auch auf der sprachlichen Ebene ein Schatz. Wenn man bedenkt, dass die Großeltern der Mädchen einen Art Gnadenhof für alte Polizeipferde haben (der dann mehr zu einem Pferdefriedhof umgeschlagen ist), und dass Bud unerwartet zu Geld kommt, dann ist folgendes Zitat einfach genial: „Die Mädchen wunderten sich über die Spendierhosen ihres Vaters, hüteten sich aber, dem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen, aus Angst, der Gaul könnte im Garten ihres Großvaters unter der Erde landen“. Auch die Namen der Figuren, der Schule der Mädchen und anderer Institutionen sagen nur „Nomen est Omen“. Oh, und: Die Punkte über manchen (aber nur manchen!) c im ersten Drittel des Buches sind KEIN Druckfehler…! Schaut genau hin…

Als sich herausstellt, dass anscheinend irgendwas doch nicht ganz sauber ist in der Geschichte, nimmt das Ganze auch inhaltlich eine (absurde, was sonst…!) Fahrt auf. Für mich ist „Verlorene Schäfchen“ ein ebenso skurriler wie spannender Roman, der sein Potential voll ausnutzt und aus der Masse heraussticht.

Dafür gibt es

🐀🐀🐀🐀🐀 5/5 Leseratten

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Penguin

2418: Harlan Coben – In tiefster Nacht

Der neue Standalone-Thriller von Harlan Coben zeigt wieder einmal, dass er ein Meister verwickelter und überraschender Storys ist – und dass Charaktere eine eindeutige Stärke seiner Bücher sind.
Sami, der 2003 in Malaga Anna kennenlernte, glaubt bis heute, dass sie tot ist – denn er erwachte neben ihrer blutüberströmten Leiche. Inzwischen aus dem Polizeidienst ausgeschieden und als Privatdetektiv tätig, entdeckt er Anna (?) eines Abends in seinem „No shit, Sherlock“ -Kurs. Was dann beginnt, hätte er sich niemals vorstellen können… Goldmann

2396: Benjamin Cors – Aschesommer

Benjamin Cors schreibt sich mit „Aschesommer“ in die erste Liga der Thrillerautoren!
Wow, was für ein Buch! Benjamin Cors präsentiert mit „Aschesommer“ einen astreinen Serienkiller-Thriller, der an keiner Stelle in einem Klischee versinkt. Im Gegenteil: Ich fühle mich in sehr guter Weise an Hannibal Lecter erinnert – was „Aschesommer“ sonst noch besonders macht und worum es geht, hört ihr in Folge 2396. dtv

2353: Paul Cleave – Angsttreiber

Nach einem brutalen Überfall im eigenen Haus liegt James im Koma, seine Eltern sind tot, hingerichtet. Als er 9 Jahre später auf einmal aus dem Koma erwacht, schwebt er nicht nur in großer potentieller Gefahr durch die damaligen Täter, sondern weiß auch Dinge, die er gar nicht wissen kann. Und das wird zur Sensation.
Ich bin hin- und hergerissen. Paul Cleaves neues Buch „Angsttreiber“ hat auf der einen Seite superspannende Elemente und Ideen, wie die der „Komawelt“, in der Protagonist James Realität und Koma verknüpft, und zusätzlich weckt es viele Erinnerungen an Cleaves Anfänge. Denn „Copy Joe“ ist in Christchurch unterwegs, und Cleave-Fans wissen, was das heißt. Auf der anderen Seite fehlt dem Buch ein wenig der „Drive“ und das Cleave-Typische. es bleibt der Gedanke, dass da mehr dringewesen wäre. Piper

2351: Donato Carrisi – Haus des Vergessens

Starke Charaktere, psychologische Tiefe und genial gestrickte Verwicklungen sind nur einige der Komponenten, die Donato Carrisis Bücher so genial und meisterhaft machen. Das beweist er auch wieder in seinem neusten Werk!
In „Haus des Vergessens“ treffen wir LeserInnen Pietro Gerber wieder, der seinen kleinen Patienten mit Hypnose hilft. Er ist Kinderpsychologe und in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Sein neuer Fall – ein Junge, der gemeinsam mit seiner Mutter ein halbes Jahr verschwunden war – bringt ihn allerdings gleich mehrfach an seine Grenzen. Denn Nico scheint manipuliert worden zu sein. Aber von wem? Und warum? Pietro merkt, dass der Fall ihn auch persönlich stark trifft…. Atrium bei Politycki&Partner

2334: Chris Carter – Der Totenarzt

He did it again! Den bereits 13. Band seiner Hunter-und-Garcia-Reihe lässt Chris Carter zwar etwas ruhiger beginnen – aber glaubt mir, es wird spannend, brutal und gefährlich für die beiden Protagonisten, die wir kennen und lieben gelernt haben!
Dr. Hove meldet sich bei Hunter und Garcia – denn ein vermeintlicher Unfall entpuppt sich als Mord, die Leiche, die ihr vorliegt, ist erfroren. In Kalifornien. Im Hochsommer..
Der Killer, mit dem die beiden es zu tun bekommen, hat es in sich, vor allem, weil nieman weiß, wann, wo und bei wem er als nächstes zuschlagen könnte. Hunter und Garcia machen sich auf die Suche nach einer möglichen Verbindung zwischen den Opfern, als eine zweite Leiche auftaucht, bei der es Ungereimtheiten gibt. Und dabei wird es für sei selbst verdammt gefährlich… Ullstein

2330: Benjamin Cors – Krähentage

Benjamin Cors, bekannt für seine Normandie-Krimis mit Personenschützer Nicolas Guerlain, betritt mit Krähentage neues und sehr viel Härteres Terrain!
Zudem punktet er mit (neben der rasanten und spannenden Story!) richtig coolen Charakteren, die selbst ihre Abgründe und Vorgeschichte haben. In diesem Thriller ermitteln Mila Weiss und Jakob Krogh in einem bizarren Fall: Eigentlich sind sie auf der Suche nach einem Serientäter, der Frauen überfällt und misshandelt. Doch dann wird eine alte Frau tot gefunden, die nachweislich schon länger tot ist – obwohl sie kurz vorher noch lebend gesehen wurde. Die Krähen und die Botschaft, die bei der Toten gefunden werden, geben Rätsel auf… dtv

2327: Seishi Yokomizo – Die rätselhaften Honjin-Morde

(C) Aufbau Verlag

Welcher Krimileser mag sie nicht: Locked-Room-Fälle? Mord im geschlossenen Raum erscheint nahezu unmöglich, und doch muss Privatermittler Kosuke Kindaichi einen solchen lösen. Im Jahr 1937 heiratet Kenzo Ichiyanagi, Sohn einer angesehen Familie ehemaliger Honjin-Besitzer die junge Katsuko. Nicht alle sind mit dieser Ehe einverstanden, außerdem treibt sich ein geheimnisvoller Fremder in der Gegend herum. Und dann findet man das Hochzeitspaar kurz nach der Trauung erstochen in ihrem abgeschlossenen Zimmer…
Ein im fernen Japan angesiedelter klassischer Kriminalroman, eine Locked-Room-Murder-Mystery, der sich mit Klassikern wie den Büchern von Arthur Conan Doyle oder Agatha Christie messen kann! Aufbau Verlag

2263: Richard Coles – Der Tote in der Dorfkirche

Daniel Clement leitet die kleine Dorfgemeinde in Champton und ist zufrieden mit diesem beschaulichen Leben. Allerdings gibt es Auseinandersetzungen mit der Blumengilde und Streit um den eventuellen Einbau einer Toilette in der Kirche. Diese Probleme scheinen allerdings vernichtend gering, als der Archivar von Champton House auf einmal tot in der Kirche liegt und Daniel versucht, den Mörder zu finden und die Ruhe in seiner Gemeinde wieder herzustellen. Das ist gar nicht so einfach… Goldmann

2241: Donato Carrisi – Haus der Stimmen

Pietro Gerber, Hypnosetherapeut für Kinder, übernimmt auf Bitte einer australischen Kollegin einen von Anfang an sonderbaren Fall: Hanna Hall, ihre Klientin, glaubt, als Kind einen Mord begangen zu haben. Und das soll in der Gegend passiert sein, in die Pietro lebt. Schon bei der ersten Sitzung merkt er, wie sonderbar Hanna Hall ist – und was sich dann in den Sitzungen nach und nach offenbart, ist schlimmer, als er zunächst gedacht hat. Doch auch Pietro hat ein Geheimnis… Atrium bei Politycki & Partner

2236: Helen Cox- Mord im Buchladen. Miss Bowes und das Rätsel um die verschwundenen Bücher

Der zweite Fall für Kitt und Evie – der dieses Mal noch mehr mit Büchern zu tun hat als Band 1, denn bei einem Einbruch in einen Buchladen werden wertvolle Erstausgaben gestohlen. DS Charlotte Banks wird beschuldigt, die Einbrecher brutal zusammengeschlagen zu haben – und Evie und Kitt wollen beweisen, dass das nicht stimmt und herausfinden, was es mit den verschwundenen Büchern auf sich hat. Ein Cosy-Crime für Bücherliebhaber mit leichten Schwächen in der B-Note. Lübbe

2230: Alexander Oetker & Thi Linh Nguyen – Die Schuld, die uns verfolgt

Linh-Thi und Adam Schmidt sind beide bei der Polizei – und verheiratet. Als sie bei einer Geiselnahme versucht, die Geiseln zu befreien und er währenddessen den Fall einer Kindesentführung aus dem Kindergarten untersucht, scheint es keinen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen zu geben. Doch es gibt eine Verbindung- und auch die gemeinsame Vorgeschichte von Linh-Thi und Adam spielt eine Rolle. Piper

2203: Colleen Cambridge – Die Dreitagemordgesellschaft

Colleen Cambridge hat in „Die Dreitagemordgesellschaft“ ein mehr als reizvolles Szenario geschaffen: Im Haus von Agatha Christie liegt während Feierlichkeiten eine Leiche in der Bibliothek. Es ermittelt jedoch nicht die Queen of Crime herself, sondern ihre Haushälterin und Freundin Phyllida Bright, die ein großer Poirot-Fan ist. Zahlreiche Andeutungen auf die Bücher von Agatha Christie und eine Ermittlung unter der Hand, die ihren Figuren würdig wäre, machen „Die Dreitagemordgesellschaft“ zu einer kleinen Hommage an die Hausherrin – inklusive der Lösung des Falls, bei der alle Anwesenden zusammengerufen werden. Lübbe

2196: Chris Carter – Blutige Stufen

Blutiger, brutaler – Chris Carter! Längst sind wir gewohnt, dass der Thriller-Meister vor extremen Mordmethoden in seinen Büchern nicht zurückschreckt. Nicht umsonst arbeitet sein Ermittler Robert Hunter beim LAPD in der UV-Einheit: Ultra violent! Aber diesmal übertrifft Chris Carter sich quasi selbst, wenn in „Blutige Stufen“ Hunter gemeinsam mit Garcia eine Mordserie untersucht, bei der die Opfer auf wirklich grausige Weise hingerichtet werden. Und es gibt keine Verbindung zwischen den Opfern. Oder? Ullstein

2159: Paul Cleave – Kellergrab

Ein Autorenpaar, dessen Sohn verschwindet – haben die beiden am Ende den perfekten Mord begangen? Oder was ist mit dem kleinen Jungen passiert? Paul Cleave zieht seine Leserinnen und Leser in das „Kellergrab“ hinein, und nur eins ist eindeutig: Nichts und niemand ist sicher, wenn dieser großartige Autor seine Protagonisten durch die Hölle jagt… Piper

2137: Donato Carrisi – Ich bin der Abgrund

Donato Carrisi verbindet meisterhaft Liebe und Hass, Mord und Rettung, Vergangenheit und Gegenwart – und lässt uns in seinem neuen Buch „Ich bin der Abgrund“ gleich in mehrere menschliche Tiefen blicken. Dabei kommen uns die anonym wirkenden Personen – der Müllmann, die Fliegenjägerin und das Mädchen mit der lila Haarsträhne unfassbar nah. Ihre Geschichten reißen uns mit, ihre Geheimnisse reiben uns ebenso auf wie sie und wir rasen mit ihnen auf den Abgrund zu. Auf den Abgrund, der einer von ihnen ist. Atrium Verlag (über Politycki & Partner)

2107 – Harlan Coben – Nichts bleibt begraben

Bestsellerautor Harlan Coben rückt in „Nichts bleibt begraben“ einen Charakter in den Mittelpunkt, den Myron Bolivar-Fans schon kennen: Windsor Horne Lookwood III, genannt Win, Freund von Myron und leicht exzentrisch, begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter einer alten Familiengeschichte. Als gestohlene Gemälde wieder auftauchen, die bei einem Raubüberfall mitgenommen wurden, bei dem sein Onkel zu Tode kam und seine Cousine entführt wurde, will Win unbedingt herausfinden, was damals passiert war – und warum. Für mich leider nicht sein stärkstes Buch – warum, hört ihr in der neuen Krimikiste. Goldmann

2103: Christoffer Carlsson – Unter dem Sturm

Christoffer Carlsson ist Kriminologe – und schreibt faszinierende Bücher, die ihre Spannung subtil und psychologisch raffiniert mit gut erzählten Geschichten verweben. Das beweist der Autor in „Unter dem Sturm“ wie vorher in vielleicht keinem anderen seiner Bücher, denn neben den beiden Hauptfiguren sind auch die Nebencharaktere und vor allem der Ort, in dem die Story spielt, tragende Elemente. Denn wenn ein Dorf beschließt, dass der Mörder gefunden sein muss, dann ist das wohl auch so. Aber Isak bezweifelt ebenso wie Ermittler Vidar, dass sein Onkel der wirkliche Täter ist. Aber – vielleicht wird der Hand zur Gewalt ja doch vererbt? rowohlt

2101: Paul Cleave – Blutbringer

Wenn Paul Cleave eins kann, dann ist es, rasante und absolut fesselnde Thriller zu schreiben. Genau das beweist er in „Blutbringer“ wieder einmal – Zartbesaitete sollten sich warm anziehen.
Noah Harper hat vor 12 Jahren die damals siebenjährige Alyssa aus den Fängen eines Entführers befreit. Dabei ist die Situation inklusive Noah eskaliert. Sein Leben hat sich seitdem nicht gerade positiv entwickelt, er ist aus seiner Heimatstadt weggezogen und ist inzwischen Mitbesitzer einer Bar. Da erfährt er ausgerechnet von seiner Exfrau, dass Alyssa wieder verschwunden ist. Also kehrt Noah zurück… Ullstein

2079: Helen Cox – Mord am Münster

Kitt ist Bibliothekarin mit Leib und Seele. Von anstrengenden Kunden wie dem Mann, der gleich zu Anfang des Buches in der Bibliothek von York auftaucht, lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Als aber ihre beste Freundin Evie verdächtigt wird, ihren Ex umgebracht zu haben, kann Evie das nicht glauben und will Inspector Halloran das Gegenteil beweisen.
Helex Cox serviert mit „Mord am Münster“ einen Cory-Crime-Roman vom Feinsten, der auch eine Prise Romantik mitbringt. Lübbe

2061: Amy Suiter Clarke – Der Countdown-Killer

Es ist schon abgefahren, einen Podcast über einen Podcast zu machen – so fühlte es sich zumindest fast an. In „Der Countdown-Killer“ verbindet Amy Suiter Clarke die Nachforschungen der True-Crime-Podcasterin Elle Castillo zu den Taten des Countdown-Killers, der in den 90er Jahren aktiv war, bevor sein letztes Opfer entkommen konnte und die Mordserie abriss. Man folgt Elle bei dem, was sie tut, und hört bzw. liest die Folgen ihres Podcasts „Justice Delayed“. Aber ist der Countdown-Killer wirklich tot oder zumindest verschwunden? Das stellt sich als äußerst fraglich heraus…
Ein besonderes Highlight des Buches: Über einen QR-Code könnt ihr euch die Podcastfolgen aus dem Buch anhören! Das macht das Ganze zu einem echten Leseerlebnis. Scherz/Fischer

2019: Chris Carter – Bluthölle

Das Beste, was einem beim Lesen passieren kann ist eigentlich, dass man sich noch während man mitten im Buch ist auf einen möglichen Folgeband freut. Hoffentlich endet die Hunter & Garcia-Reihe von Chris Carter nie, denn er schafft es jedesmal wieder, neue Ideen einfließen zu lassen, seine Protagonisten weiterzuentwickeln und Hochpannung aufzubauen.
Diesmal mit einem ganz neuen Szenario: Der Täter ist unbekannt. Hunter hat lediglich seine Aufzeichnungen über die zahlreichen Morde, die er begangen hat. Und die will der Serienmörder unbedingt wiederhaben… Ullstein

1944: Lee Child – Der Ermittler

Jack Reacher steht vor einiger besonders schwierigen Ermittlung: Sein Team sindwurde neu zusammen gestellt und ihre Handlungen müssen unter dem Radar stattfinden. Zudem fehlen ihnen wichtige Informationen – zum Beispiel, wieso sie überhaupt ermitteln. Ein außergewöhnliches Puzzlespiel beginnt. RandomHouseAudio

1922: Ethan Cross – Die Stimme des Zorns

Francis Ackerman jr. ist zurück! In der neuen Reihe von Erfolgsautor Ethan Cross ist Ackerman inzwischen allerdings beim FBI als Sonderermittler tätig. Er jagt einen Serienmörder, der „Alien“ genannt wird und Leichen in Kornkreisen ablegt. Eine UFO-Forscherin befindet sich in seiner Hand und Ackerman versucht, das „Alien“ zu finden und die Frau zu befreien. Für alle Fans des blutigen Serienkillers stellt sich natürlich die Frage, ob das neue Buch mit der Shepherd-Reihe mithalten kann oder sogar besser ist… Lübbe

1913: Matthew Costello & Neil Richards: Mydworth – Bei Ankunft Mord

Mydworth ist ein kleiner verschlafener Ort in Sussex. Als Harry Mortimer 1929 mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Katherine in seinen Heimatort zurückkehrt, werden die beiden Zeuge eines Verbrechens. Auf Mydworth Manor, dem Anwesen von Harrys Tante Lady Lavinia, werden wertvolle Juwelen gestohlen und einer der Diebe auf frischer Tat erschossen. Harry und Katherine ermitteln auf eigene Faust. Ein wunderbares Hörbuch für alle Fans des englichen Landhauskrimis. LübbeAudio

1852: Thomas Chatwin – Post für den Mörder

Daphne Penrose, benannt nach Daphne Du Maurier – ist Postbotin der Royal Mail. Als in ihrem eigentlich beschaulichen Heimatort in Cornwall ein Mord geschieht und auch noch andere seltsame Dinge vor sich zu gehen scheinen, nimmt Daphne, die ja jeden kennt, den Ort und seine Bewohner genauer unter die Lupe. Denn schließlich kennt sie durch ihre Arbeit jeden- aber wie gut? Rowohlt

1820: Chris Carter – Jagd auf die Bestie

Robert Hunter ist wieder da – genauso wie Lucien Folter, der Fans der Buchreihe nicht unbekannt sein dürfte. Falls doch ist das aber kein Problem, denn auf eine verdammt geschickte Weise klärt Chris Carter seine Leser darüber auf, was es mit diesem Mann, der für Hunter das pure Böse ist, auf sich hat. Und Hunter und Garcia müssen sich auf einiges gefasst machen, denn Lucien Folter hat Pläne – und die betreffen bei weitem nicht nur Hunter selbst. Ullstein

1819: Brittany Cavallaro – Holmes und ich. Der Fall Jamie

Charlotte Holmes und Jamie Watson sind wieder da! Im dritten Band der Jugendbuchreihe zieht sich die Schlinge um Watson zu. Oder bildet er sich nur ein, dass jemand ihm etwas anhängen will? Charlotte ist währenddessen quasi verschwunden: Sie ist auf der Flucht vor Lucien Moriarty – oder sucht sie ihn? dtv