
Alice Feeney – für mich immer eine sichere Nummer für spannende Lesestunden!
Im Mittelpunkt von Alice Feeneys neuem Thriller steht der Autor und Ich-Erzähler Grady Green, für den sich ein Traum erfüllt: Mit seinem ersten Buch landet er auf der Bestsellerliste der New York Times. Doch als ein Anruf ihn genau darüber informiert, ist seine Frau Abby zu seiner Enttäuschung nicht zuhause, obwohl sie eigentlich da sein wollte. Viel beunruhigender ist aber, dass Abby, die als Enthüllungsjournalistin arbeitet, ihm bei seinem Anrufmitteilt, sie sei unterwegs und eine Frau läge auf der Straße. Grady warnt sie, nicht auszusteigen – doch als er dann zu der Stelle fährt, an der sich Abby gerade befunden haben muss, steht dort nur noch ihr verlassenes Auto. Die Polizei beendet die Suche irgendwann ergebnislos, und mit Grady geht es steil bergab.
Er wohnt in einem abgerockten Hotel und hat immer noch kein zweites Buch geschrieben. Seine Agentin Kitty, gleichzeitig Patentante seiner Frau Abby, macht ihm klar, dass der Verleger wegen Nichterfüllung des Vertrags über zwei Bücher seinen Vorschuss zurück haben wollen wird- doch Grady will unbedingt ein zweites Buch schreiben. Kitty schlägt ihm vor, auf einer kleinen Insel namens Amberly in der Schreibhütte eines ehemaligen Autoren zurückgezogen zu schreiben. Grady willigt ein, auch wenn der Gedanke, nach Schottland zu gehen, ihm erstmal nicht so richtig behagt – doch welche andere Möglichkeit hat er in seiner Situation?
Und dann geht es erst richtig los: Charles Whittaker, dem die Hütte ursprünglich gehörte, ist in dieser verstorben. Grady findet nicht nur eine Menge Staub, sondern auch ein Dokument, anscheinend ein unveröffentlichtes Buch von Whittaker, UND Grady sieht eine Frau, die genau so aussieht wie Abby. Irgendwas scheint auf der Insel seltsam zu sein… und auch die Bewohnerinnen wirken speziell. Gleichzeitig lesen wir immer wieder aus der Ich-Perspektive von Abby, eine Woche vor ihrem Verschwinden, und auch da kommen Fragen auf.
Alice Feeney hat in meinen Augen Thriller mit Hochspannung echt drauf. Da wir die Geschichte aus Gradys Sicht lesen, folgen wir ihm natürlich in seinen Beobachtungen, Überlegungen und Gefühlen. Und die sind – alle miteinander – sehr wechselhaft, denn einerseits hat er das Problem, ein Buch schreiben zu müssen, aber der Verlust seiner Frau bringt ihn ebenso aus der Fassung wie die teilweise unheimlichen Geschehnisse auf Amberly.
Mit Grady habe ich mitüberlegt, Theorien entworfen, was passiert sein könnte, sowohl mit Abby als auch mit dieser merkwürdigen Insel; ich habe überlegt, was eine Rolle gespielt haben könnte, ob Abby vielleicht als Enthüllungsjournalistin einer Sache auf die Spur gekommen ist, die ihr gefährlich wurde, oder ob ihr etweas ganz anderes widerfahren ist.
Grady war mir als Charakter weder besonders sympathisch noch besonders unsympathisch, und auch Abby, so wie man sie kennenlernt, war für mich eher schwer einzuschätzen. Die Einwohnerinnen der Insel sind schon charakterstärker und man fragt sich bei vielen von ihnen, was sie möglicherweise zu verbergen haben.
Die Spannung, die sich aufbaut und für mich durchgehend erhalten blieb, ist allerdings enorm – und mit der Auflösung hätte ich nie im Leben gerechnet, zumal sie gleichzeitig auch eine sehr wichtige und präsente Wahrheit thematisiert. Über die kann ich natürlich weiter nicht viel erzählen, spreche aber für „Nebelinsel“ eine deutliche Leseempfehlung aus!
„Nebelinsel“ bekommt nur einen leichten Abzug aufgrund der teilweise etwas blassen Charaktere und verdient sich somit
🐀🐀🐀🐀,5 4,5/ 5 Leseratten
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