1997: Guillermo Martínez – Die Oxford- Morde

Bei weitem nicht nur für Mathematik-Profis ist „Die Oxford-Morde“ (das bereits schon einmal auf Deutsch als „Die Pythagoras-Morde“ erschienen ist) spannend: „Die Oxford-Morde“ stellt den Ich-Erzähler und uns Leser vor ein (eigentlich vor mehrere, nur merkt man das erst später – genial umgesetzt!) logisches Rätsel. Eine Reihe von Morden, verbunden durch Symbole, deren Ursprung in der Geschichte der Mathematik zu sein scheint, macht dieses Buch zu mehr als einem simplen Serienmörder-Buch. Es ist vielmehr ein vielschichtiger, schlauer Krimi, der extrem viel Lust auf den zweiten Band macht! Eichborn

1995: Yrsa Sigurdardóttir – Abgrund

Im vierten Band müssen sich Huldar und Freya einem ziemlich geheimnisvollen Fall stellen – ein Junge wird in einer Wohnung gefunden, weiß nicht, wo seine Eltern sind, und der Bewohner selbiger Behausung ist ermordet worden. Während Huldar versucht den Mord aufzuklären, den Neuzugang ins Team zu integrieren und weiterhin bei Freya landen möchte entpuppt sich der Hintergrund es Falls nach und nach als Alptraum und als sehr viel verworrener, als man zunächst denkt… btb

1994: Thomas Raab – Helga räumt auf

Die alte Huber ist wieder da – mitten in der Sommerhitze von Glaubenthal hagelt es. Allerdings keine Eiskörner, sondern Leichen. Hannelore Huber kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Grund in einer alten Familienfehde liegen könnte, aber Glaubenthal hat viel mehr zu verbergen, als sie ahnt…
Thomas Raab ist ein Meister der Sprache und beherrscht die Kunst, darin schwarzen Humor, Ernsthaftigkeit, Pragmatismus und Spannung zu vereinen. Daraus ein Buch wie „Helga räumt auf“ zu machen zeigt, dass sich sein Können mit dem großartigen „Metzger“ beiweitem nicht erschöpft hat – im Gegenteil. KiWi

1992: Simon Mason – Hey, Sherlock!

Garvie Smith ist wieder da – und begeistert weiterhin Erwachsene ebenso wie Jugendliche mit seinen Kombinationsfähigkeiten. Immerhin ist er die lästige Schule los, aber sein Job als Zaun-Konstrukteur interessiert ihn weitaus weniger als das Verschwinden der rebellischen Amy Roecastle. Allerdings geht dieser Fall sehr viel weiter – denn eigentlich geht es um Mord… rowohlt

1991: Karsten Dusse – Das Kind in mir will achtsam morden (Print)

Alles auf Achtsamkeit: Björn Diemel ist wieder da! Eigentlich dachte er, er hätte alle Achtsamkeits-Methoden und -Tricks drauf, doch sein inneres Kind kommt ihm in die Quere. Missachtete Bedürfnisse! Unbefriedigte Wünsche! Das führt zu einem Dialog zwischen Björn und seinem inneren Kind – und zu weiteren Toten…
Auch im zweiten Band zeigt Karsten Dusse, wie viele Welten er auf den Punkt vereint und lässt durch die überraschenden Momente, den Sarkasmus, der immer mal wieder durchklingt sowie durch ernsthaften Humor uns Leser vielleicht auch unser inneres Kind aufwecken. Selten haben Ernsthaftigkeit und Humor, Spannung und (achtsame) Entspannung so nah beieinander gelegen! Heyne

1990: Vincent Kliesch – Auris (Print)

Was für ein Pageturner! Wenn zwei Top-Autoren wie Vincent Kliesch mit Sebastian Fitzek zusammenarbeiten, dann kommen dabei Bücher mit atemloser Spannung und Charakteren, die einem in Erinnerung bleiben heraus. Bücher, die einen schlaflos machen. Bücher, bei denen man einfach noch ein Kapitel lesen muss. Und noch eins. Bücher, die man als Thriller-Fan gelesen haben sollte! Bücher wie „Die Frequenz des Todes“: Der Nachfolgeband zu „Auris“ setzt die Geschichte(n) des akustischen Forensikers Matthias Hegel und der Podcasterin Jula Ansorge fort und schreiben gleichzeitig eine neue, bei der das Ende alles Gelesene noch einmal auf den Kopf dreht und ihm einen neuen Sinn gibt. Droemer

1989: Jørn Lier Horst – Wisting und der fensterlose Raum

Sehr skandinavisch ohne ins Klischee abzurutschen -Wisting ist ein Ermittler, wie ihn sich Fans von norwegischen Krimis ihn sich wünschen! In diesem Buch muss er sich einer brisanten Ermittlung widmen, die politisch und gesellschaftlichen Zündstoff beinhaltet. Jede Menge Geld in verschiedenen Währungen in einem fensterlosen Raum einer Hütte – die einem kürzlich auf natürlichem Wege verstorbenen Politiker gehörte. Stammt das Geld aus einem Raubüberfall? Oder gibt es eine ganz andere Lösung für dieses Rätsel? Wisting und seine Tochter kommen nicht nur einer, sondern gleich mehreren Geschichten auf die Spur. Jørn Lier Horst kann vor allem mit der feinen, erfrischend ungewöhnlichen Ausarbeitung seiner Charaktere in der Kombination mit einer spannenden, verwickelten Geschichte überzeugen. Das aber auf ganzer Linie! Piper

1987: Alex Pohl – Heisses Pflaster

Alex Pohl hat ein Händchen für ungewöhnliche Charaktere, die mitten in denkbar aktuelle Szenarien geraten: Zwischen rechten und linken politischen Strömungen müssen Seiler und Novic herausfinden, was wirklich hinter dem Tod des Politikers Guido ehrlich steckt und wer welche Interessen verfolgt. Bauunternehmer Wenger ist ebenso zwielichtig wie Mitglieder der eigenen Reihen – und die beiden Ermittler müssen sich bald fragen, wem sie wirklich vertrauen können. Penguin

1986: G.S. Locke – Neon. Er tötet dich

Ungewöhnliche Charaktere durch und durch! Ein Polizist und Auftragskillerin sollten eigentlich erbitterte Gegner sein.. doch Matt Jackson wurde vom Fall „Neon“ abgezogen, nachdem seine Frau dem Serienmörder zum Opfer fiel. Jackson hat nur noch zwei Dinge, die er erledigen will: Neon soll sterben. Und er selbst danach auch… Kann ihm Iris dabei helfen? Auch sie hat etwas zu verbergen, sehr viel mehr, als Jackson ahnt. HarperCollins

1984: Lesley Kara – Das Gerücht

Es ist nur ein Gerücht… oder doch nicht? Als Joanna mit ihrem kleinen Sohn aus London wegzieht, weil dieser in der Schule gemobbt wird, hofft sie auf ein ruhiges Leben in ruhiger Umgebung. Zunächst scheint das auch zu klappen, doch dann hört Joanna das Gerücht, dass die Kindermörderin Sally McGowan im Ort leben soll. Joanna erzählt es weiter – und eine fatale Geschichte beginnt, denn Misstrauen macht sich breit und nicht nur Joanna muss sich fragen, ob McGowan wirklich in ihrer Nähe lebt und wenn ja, wer sie heute ist. Dann geschehen bedrohliche Dinge, und Joanna fragt sich, was sie da losgetreten hat – und ob sie dem entkommen kann.
Lesley Kara hat einen Psychothriller geschrieben, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt und eine unheimlich-bedrohliche Atmosphäre aufbaut. Vorhersehbar: Null. Nervenkitzel: Hundert. dtv

1983: Bella Ellis – Die verschwundene Braut

Facts vs. fiction: Der historische Kriminalroman ist eine Herausforderung für sich, insbesondere wenn auch noch reale historische Persönlichkeiten in ihm eine Rolle spielen. Und genau so ist es in „Die verschwundene Braut“ von Bella Ellis, denn die Brontë-Schwestern betätigen sich als Ermittlerinnen. Dass das zu ihrer Zeit nicht gerade einfach war, kann man sich vorstellen – und Bella Ellis ist es gelungen, ihr großes Wissen über die Familie Brontë in die Geschichte einfließen zu lassen und gleichzeitig einen spannenden Krimi zu verfassen! Piper/Pendo

1982: Christine Brand – Die Patientin

Habt ihr euch am Ende von „Blind“ auch gefragt, was wohl aus Carole Stein geworden ist? Zum Glück liefert uns Christine Brand in ihrem neuen hochspannenden Kriminalroman die Antwort: Sie liegt im Wachkoma. Oder lag, denn nun ist sie tot. Oder verschwunden, denn Nathaniel, der mit Caroles Sohn Silas immer wieder im Krankenhaus in ihrem Zimmer war, glaubt nicht daran, dass sie einfach so gestorben ist. Milla Nova arbeitet währenddessen an einer Story über eine Forscherin, die das ewige Leben erschaffen will. Und Sandro, ihr Freund und gewissenhafter Polizist, kämpft mit einem Fall um mutmaßliche Selbstmörder. Das alles hat nichts miteinander zu tun. Oder doch? Und wenn ja, was? Meisterhaft führt Christine Brand ihre Leserinnen und Leser auf richtige und falsche Fährten, während sie mit den Protagonisten ermitteln, leiden, hoffen und kämpfen… blanvalet

1981: Robert C. Marley – Inspector Swanson und die Frau mit dem zweiten Gesicht

Die Londoner Gesellschaft hat ein Faible für Geisterbeschwörungen und Hellseherei entwickelt – und die Reichen und Schönen feiern Feste und Seancen. Wir Leser erleben auch den Alltag einer jungen Frau, die als Medium gilt und beliebt ist.
Als ein Straßenjunge tot gefunden wird, denken alle zunächst an einen Unfall, denn schließlich sterben alle naselang Leute, vor allem die, die auf der Straße leben. Doch der mutmaßliche Unfalltod entpuppt sich als Mord, und Swanson und Phelbs müssen feststellen, dass dieser vielleicht mit dem Hang zur Esoterik der viktorianischen Gesellschaft zu tun hat… Dryas

1979: Anne Nordby – Kalte Nacht

Nach „Kalter Strand“ riskiert Tom Skagen im zweiten Band von Anne Norbys Reihe Kopf und Kragen: Er muss sich mit seinem Trauma auseinandersetzen und ist eigentlich krankgeschrieben. Dennoch fährt er nach Schweden, wo eine deutsche Familie einen Autounfall hatte, denn eine der Ermittlerinnen ist eine alte Freundin von ihm. Der Vater und die ältere Tochter sind tot, die jüngere Tochter verletzt und die Mutter verschwunden. Die Bewohner des kleinen Ortes scheinen Informationen nur widerwillig preiszugeben. Tom verschweigt, dass er eigentlich gar nicht offiziell ermittelt – damit setzt er seinen Job aufs Spiel. Doch das, was hinter dem Autounfall steckt, ist für Tom und manch anderen sehr viel gefährlicher, als man denken könnte.
„Kalte Nacht“ hat alles, was ein guter Thriller braucht: Hochspannung, Gefahr für den Protagonisten, der außerdem kein Standard-Skandinavienkrimi-Kommissar ist und eine in Teilen ungewöhnliche Handlung, bei der wir Leser mitdenken müssen. Das einzig kleine Manko sind ab und an auftretende Längen. Das ist aber zu vernachlässigen – und daher ist „Kalte Nacht“ absolut empfehlenswert! Gmeiner

1977: Hendrik Falkenberg – Die Schatten der Vergangenheit

Es ist der eine Fall, der den alten Fritz nicht loslässt – der eine Fall, der bis heute ungelöst ist und in den er auch persönlich verwickelt war. Angesichts ihrer Freundschaft und der fortschreitenden Krankheit seines Mentors beschließt Hannes, den Cold Case neu aufzurollen. Das entpuppt sich als gar nicht so einfach: Hannes muss tief in der Vergangenheit graben. Währenddessen geht es Fritz zunehmend schlechter, und Hannes muss darum bangen, ob er Fritz aus der Ungewissheit erlösen kann, bevor er dies nicht mehr mitbekommt. audible

1976: Maureen Johnson – Ellingham Academy. Die geheimnisvolle Treppe

Stevie kehrt unter leicht mekrwürdigen Umständen an die Ellingham Academy zurück. Doch sie hat nicht lange Zeit, sich darüber Gedanken zu machen: Ein Hinweis führt sie auf die Spur des „wahrhaftigen Lügners“, in dessen Brief die Entführung von Iris und Alice Ellingham angekündigt wurde. Doch nicht nur das hält Stevie auf Trab – und am Ende der Geschichte hat Stevie zwar einen Teil des großen Rätsels um die Geschehnisse in der Vergangenheit gelöst, steht aber vor einer noch offenen Frage, deren Antwort sie unbedingt finden will.
Maureen Johnson erzählt meisterhaft zwischen Gegenwart und Vergangenheit, gibt uns Lesern und ihren Charakteren Rätsel auf und lässt uns mit ihnen nach möglichen Antworten jagen. Definitiv nicht nur für Jugendliche ein unglaublich spannendes Leseerlebnis! Loewe

1974: Eva García Sáenz – Die Herren der Zeit

Im abschließenden dritten Teil der Reihe um Unai Lopez de Ayala – auch Kraken genannt – wird es noch einmal richtig gefährlich. Und spannend, denn Eva García Sáenz baut ihre Geschichte als „Buch im Buch“ auf. Die Morde, die Unai untersucht, sind im Roman „Die Herren der Zeit“ in ganz ähnlicher Form eingebaut. Der spielt im Mittelalter, was man den Methoden auch anmerkt. Der Autor? Unbekannt. Die Handlung? Historisch. Der Ausgang des Ganzen? Ungewiss… Fischer Verlag

1972: Mark Fahnert – Lied des Zorns

Wiebke ist ehemalige Elitesoldatin, ihre Schwester Saskia war Geheimagentin – bis sie durch eine Autobombe stirbt. Wiebke fühlt sich schuldig und setzt alles, was sie kann und ist ein, um herauszufinden, wer ihre Schwester getötet hat und warum. Dabei geht es um viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint, denn Saskia war einer großen Sache auf der Spur, der vielen Menschen das Leben kosten könnte.
Mark Fahnert erschafft mit Wiebke Meinert eine faszinierende Protagonistin, die ebenso wie seine anderen Charaktere absolut glaubwürdig ist. Neben der actionreichen Spannung merkt man „Lied des Zorns“ die weitreichenden Fachkenntnisse an, die Fahnert besitzt, denn er ist bei der Polizei im Bereich „politisch und religiös motivierte Delikte“tätig. Piper

1971: Joe Fischler – Die Toten vom Lärchensee

Im zweiten Band der Arno-Bussi-Reihe muss dieser sich um einen Cold Case kümmern. Wäre da doch nicht die Sache mit der Frau des Innenministers gewesen… dann wäre vielleicht endlich die Karriere, die Arno eigentlich anstrebt, in Aussucht. Allerdings stellt er schnell fest, dass am schönen Lärchensee seit der Tat vor 5 Jahren beiweitem nicht alles super ist: Der Streit um eine Neubebauung um den See herum sorgt für Aufruhr, dann gibt es einen Toten. Ist er etwa nicht nur wegen des Cold Case dorthin geschickt worden und es gibt einen anderen Grund für seine Anwesenheit..?
Joe Fischler ist ein Meister der skurrilen, aber dennoch glaubwürden Charaktere. Soweit überzogen wie notwendig, um den Lesern sehr gut im Gedächtnis zu bleiben, sind alle seine Figuren glaubwürdig und seine Geschichten unwahrscheinlich-wahrscheinlich. In „Die Toten vom Lärchensee“ beweist der Autor erneut, dass schräge, witzige Krimis nicht albern oder abgedroschen sein müssen – sondern einfach nur unterhaltsam, kurzweilig und spannend sein können! Kiwi

1969: Patrick Quentin – Mord im Irrenhaus

Wer besondere, hochqualitative, spannende und oft ungewöhnliche Bücher sucht, ist bei ATRIUM genau richtig: Dort gibt es immer wieder und ausschließlich herausragende Literatur – auch für Krimifans. „Mord im Irrenhaus“ ist ein solch herausragendes Buch, denn das Autorenduo, das sich hinter dem Pseudonym Patrick Quentin verbirgt und das Buch 1936 herausbrachte, hat mit diesem Werk für uns Leser ein Rätsel vorbereitet, dem wir einfach auf den Grund gehen müssen. Ohne zu wissen, was wahr ist und was den Krankheiten der Sanatoriumspatienten entspringt folgen wir Protagonist Peter Duluth in den Wahnsinn hinein – oder doch nur auf die Spur eines kaltblütigen Mörders? Atrium (bei Politycki & Partner)

1967: Hendrik Falkenberg – Das Ende der Hoffnung

Der erste länderübergreifende Fall für Hannes Niehaus führt ihn nach Schweden – dabei hat er zuhause noch die ein oder andere Baustelle: Seine Freundin verhält sich seltsam, und auch wenn Hannes eine Affäre oder etwas in der Art vermutet, wissen wir Hörer, dass etwas ganz anderes dahintersteckt. Die neue Art der Ermittlung gemeinsam mit den schwedischen Kollegen stellt Hannes vor weitere Herausforderungen. Ob er die am Ende alle bewältigen kann, hört ihr in unserer neusten Folge! audible

1966: Sharna Jackson – Highrise Mystery. Ein tödlicher Sommer

Etwas ist faul im Hochaus „The Tri“ – oder vielleicht auch gleich mehrere Sachen. Der exzentrische Hugo wird ermordet, viele Bewohner scheinen etwas verbergen zu wollen. Was davon hat mit Hugos Tod zu tun und was hat ganz andere Gründe? Für die zwei sehr unterschiedlichen Schwestern Nik und Norva ist das gleichzeitig ein Fall und eine Herzensangelegenheit, denn Hugo war ihnen wichtig und ihr Vater ist einer der dringend Mordverdächtigen im Tri … Knesebeck

1964: Robert C. Marley – Inspector Swanson und der Magische Zirkel

Selbst wenn Inspector Donald Swanson eigentlich in Ruhe eine Zaubershow besuchen will, landet er am Ende mitten in einem Fall. Als Swanson und seine Frau die Entfesselungsnummer des großen van Dyke ansehen, kann dieser sich fast nicht mehr aus dem nassen Gefängnis befreien. Schnell stellt sich heraus, dass ein Mörder es auf die Illusionisten der Show abgesehen hat – doch warum? Die Ermittlung stellt sich als extrem knifflig heraus, denn was ist Schein und was ist Sein? Illusion von Wahrheit zu unterscheiden ist gar nicht so einfach, wie Swanson schon bald feststellen muss… Dryas

1963: Megan Miranda – Little Lies

Journalistin Leah zieht mit ihrer Bekannten Emmy in ein altes Landhaus. Alles scheint gut zu laufen, doch dann verschwindet Emmy und Leah muss sich fragen, ob ihre Vergangenheit – die uns Lesern lange unklar bleibt – sie einholt.
Leider konnte mich „Little Lies“ im Gegensatz zu Megan Mirandas Jugendbuch „Trügerisch“ so gar nicht überzeugen. Die Gründe dafür erfahrt ihr in unserer neusten Krimikistenfolge! Penguin

1962: Fiona Barton – Der Trip

Fiona Barton versteht es meisterhaft, den Blick auf ihre verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten zu lenken. Durch eine Ich Perspektive – die von Journalistin Kate – gibt sie der Geschichte eine teilweise subjektive Färbung. Während Kate auf der Suche nach ihrem Sohn Jake und einer guten Story ist, hat Bob Sparkes mit der Sche nach zwei in Bangkok vermissten Teenagerinnen zu kämpfen. Doch Kampf bedeutet für ihn etwas ganz anderes, wenn er an seine schwer krebskranke Frau denkt. Familie ist natürlich auch für die Mütter der vermissten Mädchen ein wichtiges Stichwort – doch gefühlt hat jeder in dieser Geschichte mindestens ein Geheimnis zu verbergen… Wunderlich

1960: Ursula Poznanski – Vanitas. Grau wie Asche

Carolin ist nach den fatalen Vorkommnisen aus dem ersten Band in den Blumenladen am Wiener Zentralfriedhof zurückgekehrt. Sie muss immer auf der Hut sein, denn sie hat weiterhin große Angst, dass Andrei oder einer seiner Schergen sie aufspüren. Leider wird ihr das Versteckspiel nicht gerade leicht gemacht: Auf dem Friedhof werden nacheinander ausgegrabene Leichen mit Hühnerköpfen im Mund gefunden, die Grabsteine mit seltsamen Zeichen beschmiert. Carolin muss fürchten, dass entweder der Clan sie entdeckt oder der anwesende Ermittler auf ihre doch seltsam leere Vergangenheit aufmerksam wird – und wer garantiert ihr, dass sich in den Reihen der Polizei nicht doch ein Maulwurf verbirgt? Ihr Misstrauen und die Angst treiben Carolin zu extremen Taten. Denn: Wem sie kann sie trauen und wem nicht? Knaur

1958: Judith Bergmann – Gerecht ist nur der Tod

Psychologin und Journalistin Ina Reich begleitet die Kripo Köln bei ihren Ermittlungen um den ermordeten Unternehmer Hajo Reimer. Sie soll eine Reportage über die Belastung der Kripo-Mitglieder schreiben, auch, um das Image der Polizei in der Öffentlichkeit etwas reinzuwaschen. Allerdings ist nicht nur die Ermittlung schwierig, auch Ina hat ihre eigenen Ziele, die sie bei diesem Auftrag verfolgt. Und es zeigt sich, dass auch Kommissarin Bulut und Ina selbst Geheimnisse zu haben scheinen… dtv

1957: Tina Frennstedt – Cold Case

Tess ist die Leiterin des Cold-Case-Teams, Abteilung Gewaltverbrechen. Als ein aktueller Fall eine Verbindung zu dem ungelösten Fall der vor vielen Jahren verschwundenen, 19-jährigen Annika aufweist, ist Tess wie elektrisiert: Vielleicht hilft dieser aktuelle Mord dabei, das damals nicht geklärte Verbrechen zu entschlüsseln und der Mutter von Annika endlich Frieden zu geben. Doch Tess ahnt noch nicht, welche Konsequenzen die Ermittlungen ihres Teams haben. Außerdem dringen dauernd Informationen nach außen, das Leck ist unklar…
Tina Frennstedt erschafft mit der Cold-Case-Reihe eine vielversprechende neue Krimiserie mit interessanten und ungewöhnlichen Charakteren, vielen rätselhaften Vorgängen und sehr viel Spannung. Lübbe

1955: Katrine Engberg – Glasflügel

Der dritte Fall für Anette Werner und Jeppe Korner – oder eher: Eigentlich nur für Jeppe, denn Anette ist in Mutterschutz. Jeppe vermisst sie unerwartet heftig bei der Bearbeitung eines schlimmen Mordfalls, und Anette fehlt der Job, obwohl sie eigentlich mit ihrer kleinen Tochter einfach glücklich sein sollte. Doch sie kann sich nicht zurückhalten und mischt sich quasi heimlich in die Ermittlungen ein – mit fatalen Folgen. Denn jemand hat Rechnungen offen, deren Begleichung er mehr als ernst nimmt… Diogenes

1953: Dirk Kurbjuweit – Haarmann

Hannover: Robert Lahnstein, der als Ermittler nach Hannover versetzt worden ist, erlebt einen echten Albtraum: Immer wieder verschwinden Jungen. Anscheinend geht ein Serientäter in der Stadt um, und Lahnstein will ihn aufhalten. Bei jeder Frau, die aufs Revier kommt, hat er Angst, dass wieder ein Sohn als verschwunden gemeldet wird. Bald gerät Fritz Haarmann in den Fokus des Ermittlers, doch es gelingt Lahnstein nicht, ihm etwas nachzuweisen – obwohl Haarmann etwas Seltsames an sich hat. Doch auch Lahnstein selbst hat etwas zu verbergen, das in der damaligen Zeit einfach kaum denkbar war und für das er geächtet worden wäre. Und er ist nicht der einzige, der Geheimnisse hat…
Dirk Kurbjuweit verbindet ein Gesellschaftsportrait der 20er Jahre mit einem historischen Kriminalfall, der in Deutschland einer der bekanntesten sein dürfte. Kurbjuweit schafft dabei auf grandiose Weise, Spannung mit realistischen Einblicken in die damalige Zeit zu verknüpfen. Penguin