2068: Marc Raabe – Die Hornisse

Die Tom-Babylon-Reihe von Marc Raabe verbindet Hochspannung mit der packenden Geschichte um den Protagonisten selbst. Denn Tom hat eine bewegte Vergangenheit, wie in diesem dritten Band besonders klar wird. Die Rückblicke in eine Zeit, in der seine später verschwundene Schwester noch bei seiner Familie war, offenbaren nicht nur einen Teil seiner Geschichte, sondern beeinflussen auch den aktuellen Fall, den Tom mit seiner Kollegin Sita Johanns lösen will. Was hat der Tod des Rockstars Brad Galloway mit Tom zu tun? In den Augen der anderen Ermittler zuviel… Ullstein

2066: Ada Fink – Blütengrab

1993, nach der Wende, wird in Ostdeutschland die Leiche eines Mädchens gefunden, gebettet auf ein Bett aus Blüten. Ulrike Bandow ermittelt in diesem Fall gemeinsam mit ihrem neuen Kollegen Ingo Larssen. Neben der deutsch-deutschen Vergangenheit spielt auch das, was Ulrike in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hat, eine Rolle – auch wenn sie diesen Teil ihrer eigenen Geschichte lieber weiterhin ruhen lassen würde… Wunderlich

2036: Max Annas – Morduntersuchungskomission. Der Fall Melchior Nikoleit

Otto Castorp und seine Kollegen untersuchen den Mord an einem Punk. Dass diese Rebellen dem Sozialismus in Jena im Jahr 1985 nicht gerade vorbehaltlos zugewandt sind, ist klar. Doch wer hat den jungen Mann ermordet, der erzwungenermaßen auch informeller Mitarbeiter der Stasi war? Es gibt viele mögliche Richtungen, in die Otto Castorp ermitteln muss, dabei hat er noch ganz andere Sorgen: Ein Kollege weiß mehr über ihn, als gut für ihn ist…
Max Annas lässt in seiner Buchreihe das Leben in der DDR der 80er Jahre lebendig werden. Seine Charaktere zeigen dabei die große Bandbreite von regierungstreuen Anhängern des Sozialismus bis zu den (un-)heimlichen Kritikern, die es ebenso gegeben hat. Verbunden mit einem spannenden Fall und einem Protagonisten, der auch nicht immer mit blütenweißer Weste agiert, wird die Reihe um die Morduntersuchungskommission zum Abbild eines bedeutenden Stücks deutscher Geschichte. rowohlt

1907: Max Annas – Morduntersuchungskommission

Max Annas hat mit „Morduntersuchungskommission“ ein wichtiges und ernstes Buch geschrieben, in dem Protagonist Otto Castorp einen Mord an einem Mosambikaner untersucht. Zunächst ist dieser Fall Aufgabe der Morduntersuchungskommission, doch als sich mögliche rassistische Motive abzeichnen, unterbindet die Stasi weitere Ermittlungen. Solche Verbrechen gibt es in der DDR schlicht und einfach nicht. Otto Castorp kann damit nicht leben und macht auf eigene Faust weiter – ohne Rücksicht auf die Gefahr, in die ihn das möglicherweise selbst bringt. rowohlt

1821: Gard Sveen – Die stille Tochter

Gard Sveen schreibt Thriller, die es in sich haben – was die Spannung und/oder was die Fakten im Hintergrund der Geschichten angeht. Im neuen Buch von Gard Sveen, dem vierten Band aus der Tommy-Bergmann-Reihe, geht es um Spionage, den KGB, die Stasi und die Flucht eines jungen Mädchens vor dem Leben in der DDR, das längere Zeit danach verschwindet. Tommy Bergmann sticht in ein Wespennest, als er erst im Fall einer nicht identifizierbaren Frauenleiche und später in Bezug auf den Mord an einem Doppelspion ermittelt. List

1394: Thomas Nommensen – Wintertod

wintertod

Eine Leiche auf einem Friedhof ist nichts Besonderes, außer wenn sie dort nicht regulär beerdigt, sondern ermordet abgelegt wurde. Und es steckt mehr hinter diesem Fall, als sich Arne Larsen und seine neue Kollegin Mayla Aslan zunächst vorstellen. Währenddessen nimmt eine traumatisierte Lehrerin seltsames Verhalten bei einer ihrer Schülerinnen wahr… rowohlt

KK 820: Simon Urban – Plan D

[aartikel]3895611956:left[/aartikel]Ostberlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 22 Jahren an der Macht und die DDR nahezu pleite. Die Hauptstadt: ein maroder Moloch, verpestet und verdreckt von Millionen Ölmotoren des Trabant-Nachfolgers Phobos. Die letzte Chance für den Sozialismus: Wirtschaftsverhandlungen mit der BRD und ihrem Bundeskanzler Oskar Lafontaine. Doch dann wird ein ehemaliger Berater von Krenz ermordet aufgefunden – und alles weist darauf hin, dass die Täter aus den Reihen der Stasi kommen. Als auch noch der SPIEGEL über diesen Fall berichtet, ist klar: Wird die Unschuld der Stasi nicht bewiesen, ist die DDR endgültig erledigt. Carola Nümann meint: „Spöttisch-ironisch, erheiternd, spannend, kontrafaktisch und einfach genial.“ (Verlag)

KK 765: Wolfram Fleischhauer – Torso

[aartikel]3426198533:left[/aartikel]Zwei Tote. Ein Rätsel. Keine Gnade. In einem leerstehenden Berliner Hochhaus macht die Polizei einen grausigen Fund. Ein makaber drapierter Frauentorso stellt alles in den Schatten, was Hauptkommissar Zollanger in seiner Laufbahn je zu sehen bekam. Anderswo in Berlin will eine verzweifelte junge Frau nicht an den »Selbstmord« ihres Bruders glauben – und sticht ahnungslos in ein Wespennest aus Gier, Verrat und Vertuschung übelster politischer Machenschaften. Carola Nümann hat den ersten Thriller des Autors gelesen und meint: Solide, lesenswert, aber nicht Fleischhauers bestes Buch. (Buchinfo)

KK 295: Sammelrezension Sednik, Gaertner

Roland Sednik – Abgründe: Dreihundert Tage Sonne im Jahr und ein Lebensgefühl, das seinesgleichen sucht. Das ist der Tessin, die Sonnenstube der Schweiz. Doch wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. In Locarno am Lago Maggiore wird ein Toter gefunden. Es ist Padre Dante Permossa aus dem nahen Bergdorf Sonogno. Was ist geschehen? Wie kommt es, dass ein bekannter und allseits beliebter Padre mit eingeschlagenem Schädel auf der Straße liegt? Bei ihren Ermittlungen treffen die Kommissare Andrea Tozzi und Franco Ferenci auf eine Mauer des Schweigens. Sonogno wirkt wie eine uneinnehmbare Festung, die keinen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Doch mit Hilfe des ehemaligen Dorfpolizisten Botazzi stoßen die Kommissare schließlich in ein Wespennest aus Intrigen und kriminellen Machenschaften, an denen der Padre nicht unbeteiligt war. Dann geschieht ein zweiter Mord, und die Karten werden neu gemischt…

Ulrich W. Gaertner – Rot macht tot: Was zunächst so betulich beginnt und sich fast wie eine deutsche Familiensage der fünfziger Jahre ausmacht, weitet sich in der Folge zu einem Thriller beider deutscher Staaten aus, in dessen Zentrum sich zwei Männer bekämpfen, die einst Jugendfreunde waren. Der eine, ein BRD-Kommissar bei der Inspektion Lüneburg, der damals als Zehnjähriger seinem Kamerad bei einer Mißbrauchssituation das Leben rettete, der andere, ein inzwischen linientreuer Spitzenagent der DDR, der für hochrangige Sonderaufträge zuständig ist. So entfaltet sich nicht nur ein Kampf der Systeme, sondern auch der zweiter hartgesottener Männer. (…)

Rezensentin: Friederike Brühöfener.