1953: Dirk Kurbjuweit – Haarmann

Hannover: Robert Lahnstein, der als Ermittler nach Hannover versetzt worden ist, erlebt einen echten Albtraum: Immer wieder verschwinden Jungen. Anscheinend geht ein Serientäter in der Stadt um, und Lahnstein will ihn aufhalten. Bei jeder Frau, die aufs Revier kommt, hat er Angst, dass wieder ein Sohn als verschwunden gemeldet wird. Bald gerät Fritz Haarmann in den Fokus des Ermittlers, doch es gelingt Lahnstein nicht, ihm etwas nachzuweisen – obwohl Haarmann etwas Seltsames an sich hat. Doch auch Lahnstein selbst hat etwas zu verbergen, das in der damaligen Zeit einfach kaum denkbar war und für das er geächtet worden wäre. Und er ist nicht der einzige, der Geheimnisse hat…
Dirk Kurbjuweit verbindet ein Gesellschaftsportrait der 20er Jahre mit einem historischen Kriminalfall, der in Deutschland einer der bekanntesten sein dürfte. Kurbjuweit schafft dabei auf grandiose Weise, Spannung mit realistischen Einblicken in die damalige Zeit zu verknüpfen. Penguin

1935: Amy Lloyd – Unschuldig

Sam verliebt sich. Eigentlich eine alltägliche Sache – doch Dennis, ihr Angebeteter, ist ein verurteilter Straftäter. Sam glaubt nach wie vor an seine Unschuld, ebenso wie viele andere, und Dennis und Sam nähern sich an. Immer mit einer Trennwand zwischen ihnen. Doch sie beschließen zu heiraten, und nach langer Zeit geschieht das Wunder – Dennis kommt frei, denn es gibt neue Beweise. War er schon vorher ein Medienstar, explodiert die Aufmerksamkeit jetzt erst Recht. Es gibt eine weitere Fernsehserie, Berichte, ein Buch. Doch kann Sam mit jemandem zusammenleben, den sie nie vorher umarmt hat, dessen Nähe sie gar nicht wirklich kennt? Und bei dem sie nicht definitiv wissen kann, ob er wirklich unschuldig ist? btb

1914: Interview mit Raquel Erdtmann (Braunschweiger Krimifestival)

Sie berichtet in der FAS über spektakuläre Fälle aus dem Gerichtssaal – und kann diese für uns Leser so umsetzen, dass die Verhandlung zu einem Film vor dem inneren Auge wird. Raquel Erdtmann hat Caro im Interview erzählt, wie sie ihre Fälle für die Zeitung auswählt, wie sie schreibt und wie lang (oder kurz) Verhandlungen sein können – hört rein und erlebt Gerichtsfälle aus erster Hand! Zur Homepage von Raquel Erdtmann

1880: Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer – Die Diagramme des Todes

True Crime, der einem unter die Haut geht und erneutes geniales Buch in der Zusammenarbeit zweier Autoren, die man gelesen haben muss: Fallanalytiker Axel Petermann und Autor Claus Cornelius Fischer haben das Beste aus ihren beiden Welten zusammengebracht – Fachkenntnis und Schriftstellerei.
Der zweite Fall für Kiefer Larsen ist eine echte Herausforderung – für ihn als Ermittler ebenso wie für seine Partnerin. Aber auch wir Leser lernen vielleicht neue Grenzen an uns kennen, denn Larsen jagt einen Serienmörder, der es auf Prostituierte abgesehen hat und diese bestialisch ermordet. Da man als Leser mitverfolgt, wie Larsen ermittelt und was im Täter vorgeht bzw. was dieser tut gibt es durchaus Szenen in diesem Thriller, die einen schlucken lassen, besonders, da das Buch ja als True-Crime einen wahren Hintergrund hat.
Spannend und gleichzeitig absolut fundiert haben Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer einen weiteren True-Crime-Roman geschaffen, der dem Leser auch die Figur von Kiefer Larsen näherbringt. Knaur

1835: Michelle McNamara – Ich ging in die Dunkelheit

True-Crime-Bücher gibt es viele, und vermutlich beschäftigen sich die meisten von ihnen mit Serienmördern. Aber „Ich ging in die Dunkelheit“ von Michelle McNamara ist in mehrfacher Hinsicht herausragend: Selten habe ich ein so fundiertes, sachliches und gleichzeitig berührendes Buch gelesen, bei dem auf jeder Seite die Akribie und das Herzblut der Autorin zu spüren ist… Und das alles, ohne rührselig oder gar skandalheischend zu werden. Politycki & Partner/Atrium Verlag

1674: Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer – Die Elemente des Todes

Wenn ein erfolgreicher Autor und ein Mann der Praxis (der gleichzeitig ebenfalls Autor ist) gemeinsam einen True-Crime-Thriller schreiben, weckt das große Erwartungen – die Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer mit „Die Elemente des Todes“ vollkommen erfüllen. Neben einer spannenden Geschichte erwarten die Leser Einblicke in die Arbeit mit der Fallanalyse. Knaur

1645: Veikko Bartel – Mörderinnen

Frauen als Täterinnen kommen sowohl in der Belletristik als auch in der Sachliteratur selten vor. Veikko Bartel, Strafverteidiger, berichtet von vier Fällen aus seiner eigenen Praxis. Dabei gelingt es ihm, keine Skandaldarstellung von „schlimmen Morden“ abzureißen, sondern eine reflektierte und differenzierte Aufarbeitung der Tathintergründe, der gesellschaftlichen Umstände sowie der öffentlichen Reaktionen zu präsentieren.  Mosaik-Verlag

1323: Sibylle Tamin – Nachmittage mit Mördern

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Eine Journalistin, die mit Häftlingen spricht, die sich Zeit nimmt, deren Erzählungen anzuhören und diese niederzuschreiben. Leichte Lektüre ist das nicht, vielmehr eine Plattform für Einzelschicksale und Täter – und daher eine sehr nachdenklich machende, anregende Lektüre, die mitunter Nerven und Kraft kostet, findet Kristine Greßhöner. Fischer Verlag

1204: Sam Millar – True Crime

truecrimeEine Buchvorstellung von Kristine Greßhöner. Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma Brink’s, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt – und der hier erstmals aus der Sicht des Täters erzählt wird. Atrium

KK 435: Richard Thiess – Mordkommission

[aartikel]3423247967:right[/aartikel]Richard Thiess gibt Einblick in die schwierige Arbeit von Mordermittlern, er bezieht aber auch psychologische Aspekte ein: Wie fühlt sich ein Ermittler, wenn er den Täter endlich überführt hat, wie bringt man Eltern bei, dass ihre Tochter bestialisch getötet worden ist? Mordkommission: Die Wirklichkeit stellt jeden Krimi in den Schatten.

Besprochen von Kristine Greßhöner.