1604: Christian Carayon – Dunkler See der Angst

Marc Edouard, Professor für Geschichte, lebt seit seiner Jugend mit der Angst. Ebenso wie sein Heimatort, denn vier zeltende Jugendliche wurden zu Marcs eigener Jugendzeit brutal überfallen, drei von ihnen ermordet. Einen Schuldigen haben die Ermittler gefunden – oder eher ihm diese Taten zugeschrieben.
Der stille Professor beginnt ein Forschungsprojekt, mit dem er ergründen will, was diese Vorgänge mit den Menschen gemacht haben – und kommt dabei der eigentlichen Wahrheit  immer näher… btb

1079: Sólveig Pálsdóttir – Eiskaltes Gift

Eiskaltes-GiftEine Buchbesprechung von Petra Böhnke.

Bei Filmaufnahmen in einem isländischen Dorf stirbt der Hauptdarsteller Lárus vor laufender Kamera. Alles deutet darauf hin, dass er vergiftet wurde. Wer aber hat Interesse daran, den beliebten Schauspieler aus dem Weg zu räumen? Kommissar Gudgeir und sein Team Saerós, Gudrún und Andrés übernehmen den Fall und tappen im Dunkeln. Doch schon bald finden sie heraus, dass Lárus in der Kinderpornoszene virtuell unterwegs war. Ist dies der Schlüssel zum Mord? Wenig später wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Bei der Ermordeten handelt es sich um Lárus’ Exfrau, die zuletzt lebend von der hübschen Requisiteurin Alda gesehen wurde. Der Zusammenhang ist zunächst unklar, aber im Verlauf der weiteren Ermittlungen stößt Gudgeir auf ein dunkles Familiengeheimnis. AUFBAU VERLAG

KK 800: Donald Ray Pollock – Das Handwerk des Teufels

Zwei Lebensfluchten kollidieren, eine auf dem Weg in die Verdammnis, die andere aus ihr heraus. Der junge Arvin wächst in den fünfziger Jahren im heruntergekommenen Niemandsland des Mittleren Westens auf. Hier hat sich der amerikanische Traum in einen fiebrigen Albtraum verwandelt, der bevölkert wird von psychopathischen Verbrechern, korrupten Sheriffs und religiösen Fanatikern. Arvin ringt um einen Ausweg aus dieser Welt. Doch als seine Freundin vom Ortsprediger missbraucht wird und sich daraufhin erhängt, nimmt auch er das Gesetz in die eigene Hand. Zur gleichen Zeit, nur wenige Meilen entfernt, brechen die beiden Serienkiller Carl und Sandy zur Jagd auf. Sie locken arglose Tramper in ihren Wagen, um sie dort auf brutale Art und Weise umzubringen. Irgendwo in der Tiefe des Hinterlandes, in jenem unsichtbaren Grenzgebiet zwischen Zivilisation und archaischer Grausamkeit, kreuzen sie schließlich Arvins Weg. Melanie Kottig meint: Morbide Spannung bis zur letzten Seite! (Buchinfo)

KK 777: Hjorth & Rosenfeldt – Der Mann, der kein Mörder war

In einem Waldstück bei Västerås entdecken Kinder die Leiche eines Jungen –brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Der Tote ist schnell identifiziert: Roger war Schüler eines Elitegymnasiums und seit Tagen vermisst. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist der Stockholmer Kommissar Höglund mit seinem Team in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Seit Bergman Frau und Tochter bei einem Unglück verlor, hat man kaum noch von ihm gehört. Nun bietet er Höglund seine Hilfe an. Das Team zeigt sich wenig begeistert. Doch schon bald ist der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in dem kleinen Städtchen Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele … Carola Nümann ließ sich von Hjorth und Rosenfeldt auf mehr als eine falsche Fährte locken: „Ein extrem spannendes Verwirrspiel der Spitzenklasse mit fein gezeichneten Figuren!“ (Buchinfos)

KK 751: Arnaldur Indridason – Abgründe

Island 2005 – die Wirtschaft boomt in nie gekanntem Ausmaß. Ehrgeizige junge Unternehmer machen durch clevere Finanzgeschäfte weltweit von sich reden. Ganz Island bewundert seine „Expansionswikinger“. In dieser Zeit des unbegrenzten Wachstums stürzt ein Banker von einer Steilklippe in den Tod. Ein Unfall? Kurz darauf wird eine junge Frau von einem Schuldeneintreiber zu Tode geprügelt. Beide Ereignisse scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Nur eines ist sicher, Geld spielt in beiden Fällen die entscheidende Rolle … Petra Böhnke-Cappel meint: Ein spannendes Buch, man muss nur etwas Geduld haben, bis man die Zusammenhänge versteht. (Buchinfos)

KK 421: Josef Wilfling – Abgründe (Audio)

Als der Leiter der Münchner Mordkommission Josef Wilfling Anfang 2009 nach 42 Dienstjahren in Pension ging, verabschiedete sich eine Legende: Der Star-Ermittler und Vernehmungsspezialist klärte den Sedlmayr- und den Moshammer-Mord auf, schnappte Serientäter und verhörte Hunderte Kriminelle. Rund 100 Fälle von Mord und Totschlag hat er während seiner Dienstzeit bearbeitet, und das mit einer Aufklärungsquote von nahezu 100 Prozent. Jetzt deckt er die spannendsten und erstaunlichsten seiner Fälle auf und geht der Frage nach, wie und warum Menschen zu Mördern werden. Doch er zeigt nicht nur, wo das Böse seinen Ursprung hat, sondern beantwortet auch Fragen wie: Töten Frauen anders als Männer? Wie verhält sich ein Unschuldiger? Woran erkennt man einen Lügner?

Besprochen von Kristine Greßhöner.

KK 295: Sammelrezension Sednik, Gaertner

Roland Sednik – Abgründe: Dreihundert Tage Sonne im Jahr und ein Lebensgefühl, das seinesgleichen sucht. Das ist der Tessin, die Sonnenstube der Schweiz. Doch wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. In Locarno am Lago Maggiore wird ein Toter gefunden. Es ist Padre Dante Permossa aus dem nahen Bergdorf Sonogno. Was ist geschehen? Wie kommt es, dass ein bekannter und allseits beliebter Padre mit eingeschlagenem Schädel auf der Straße liegt? Bei ihren Ermittlungen treffen die Kommissare Andrea Tozzi und Franco Ferenci auf eine Mauer des Schweigens. Sonogno wirkt wie eine uneinnehmbare Festung, die keinen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Doch mit Hilfe des ehemaligen Dorfpolizisten Botazzi stoßen die Kommissare schließlich in ein Wespennest aus Intrigen und kriminellen Machenschaften, an denen der Padre nicht unbeteiligt war. Dann geschieht ein zweiter Mord, und die Karten werden neu gemischt…

Ulrich W. Gaertner – Rot macht tot: Was zunächst so betulich beginnt und sich fast wie eine deutsche Familiensage der fünfziger Jahre ausmacht, weitet sich in der Folge zu einem Thriller beider deutscher Staaten aus, in dessen Zentrum sich zwei Männer bekämpfen, die einst Jugendfreunde waren. Der eine, ein BRD-Kommissar bei der Inspektion Lüneburg, der damals als Zehnjähriger seinem Kamerad bei einer Mißbrauchssituation das Leben rettete, der andere, ein inzwischen linientreuer Spitzenagent der DDR, der für hochrangige Sonderaufträge zuständig ist. So entfaltet sich nicht nur ein Kampf der Systeme, sondern auch der zweiter hartgesottener Männer. (…)

Rezensentin: Friederike Brühöfener.