2477: Malin Stehn – Schattengast

Motiv: Neid, Eifersucht, Habgier, Wut, Geiz oder etwas ganz anderes? 

Die bisher auf Deutsch erschienenen Bücher der schwedischen Autorin Malin Stehn habe ich nicht gelesen und kann daher keinen Vergleich ziehen, habe mich aber auf „Schattengast sehr gefreut. Die Handlung, kurz und knackig: Sandra will ihren vierzigsten Geburtstag rauschend feiern. Doch am Tag nach der Feier liegt sie erstochen im Haus. Was ist passiert – gab es einen Vorfall auf der Party, andere Konflikte oder steckt am Ende eine kriminelle Bande hinter dem Mord? 

„Schattengast“ wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das Buch beginnt am Tag der Geburtstagsparty, springt dann aber 8 Tage zurück, also zu dem Zeitpunkt 8 Tage vor Sandras Feier und später zur Zeit nach der Feier (und somit auch nach dem Mord an Sandra). Abwechselnd erfahren wir meist aus den Augen von Sandra und ihrem Mann Jack sowie der Nachbarin Leijla, was passiert. Die beiden haben zwei Kinder, Molly und Felix. Man liest aber auch Teile aus der Sicht von Sandras Nachbarin und Freundin Leijla, die mit Nedim verheiratet ist. Die beiden haben ebenfalls zwei Kinder – Almina und Elvis Sandra und Leijla kennen sich schon lange, und auch ihre Töchter Molly und Almina sind befreundet – oder waren es zumindest. Denn beim Lesen merkt man schnell, dass nicht nur jede der beiden Familien ihre Probleme hat, sondern auch, dass irgendwas zwischen Molly und Almina aus welchem Grund auch immer nicht mehr zu stimmen scheint. 

Neben den üblichen Alltagssorgen (Spielt mein Kind zuviel an der Konsole? Ist der Freund meiner Tochter in Ordnung oder muss ich mir Sorgen machen?) haben aber besonders die drei ProtagonistInnen Sandra, Jack und Leijla ernsthafte Probleme, die man als LeserIn nach und nach aus den Perspektiven der drei herausliest. Daher kann ich zu den Details natürlich nicht viel erzählen, aber:

Die Situation für jeden einzelnen und auch in den Beziehungen zueinander spitzt sich im Verlauf der Geschichte immer weiter zu. Da man ja schon weiß, dass Sandra umgebracht wird, sucht man natürlich nach möglichen Motiven bzw. Gründen für diese Tat – und findet viele! Sie könnten kaum unterschiedlicher sein, der/die eine war vielleicht neidisch, jemand anders wütend, eifersüchtig, oder oder oder …. Die verschiedenen Sichtweisen und Geschehnisse habe ich gespannt verfolgt, immer wissen wollend, ob das vielleicht zur Tat geführt haben könnte.

Eingestreut werden auch immer wieder die Zeugenvernehmungen der an der Party beteiligten Personen durch die Polizei, kurz gehalten, aber oft aufschlussreich. Allerdings steht kaum eine Ermittlung im Vordergrund, sondern wirklich die „Geschichte hinter der Geschichte“ und dem, was zwischenmenschlich, emotional und innerlich mit und in den Personen vorgeht. Einige Nachbarn, Sandras Ehemann, eine kriminelle Gang und sogar die Töchter der beiden Familien gerieten immer wieder in meinen Verdacht, und immer wieder war jemand anders an 1. Stelle für „wer war´s?“ .

Durch den Fokus auf die verschiedenen Figuren und den insgesamt ruhigen Erzählstil war „Schattengast“ spannend zu lesen und bringt einen guten Teil Ffamiliendrama mit. Mich hat das Buch gut unterhalten und bekommt daher

🐀🐀🐀🐀 4/5 Leseratten

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Scherz/Fischer Verlage

2382: Emily Rudolf – Das Dinner

In „Das Dinner“ präsentiert uns Emily Rudolf ein Abendessen der besonderen Art: Fünf alte Freundinnen bzw. Freunde treffen sich, um wie früher gemeinsam ein Krimidinner zu spielen. Nur, dass nichts mehr wie früher ist – vor fünf Jahren verschwand die sechste aus der Runde, Maria, als die Clique auf einem Festival war. Als die fünf beginnen, die Zeitabschnitte des Dinners zu spielen, lassen sich erschreckende und doch eindeutige Parallelen zu den damaligen Geschehnissen feststellen. Lebt Maria noch? Oder will jemand einen Mörder enttarnen?
Emily Rudolf erzählt gekonnt in fünf Ich-Perspektiven und auf zwei Zeitebenen – und lässt dabei nach und nach alle Beteiligten Geheimnisse entdecken, Wahrheiten herausfinden und auf ein grandioses Finale zusteuern. Gleichzeitig verwebt sie die Gegenwart mit der Vergangenheit und und lässt ihre LeserInnen miträtseln, was wirklich mit Maria passiert ist. Grandios erzählt und so spannend, dass man diesen genialen Thriller eigentlich nur am Stück lesen kann. Scherz

2280: Freida McFadden – Wenn sie wüsste

Bei einem so gehypten und oft empfohlenen Buch bin ich naturgemäß erstmal skeptisch. Aber dann habe ich es doch gelesen – zum Glück! Denn Freida McFadden erfindet zwar das Rad nicht komplett neu, weiß aber ganz genau, wie sie ihre Leser mitzittern lassen kann. Und nicht nur das – nach der Hälfte des Buchs kommt ein wirklich guter Twist!
Millie kann ihr Glück kaum fassen – sie bekommt einen Traumjob bei Nina und Andrew, sie soll sich um das Haus und ab und zu um ihre Tochter kümmern. Doch kaum hat sie angefangen, wird der Traum zum Albtraum – und Millie weiß kaum, wie ihr geschieht… Heyne

2044: Nicholas Blake – Das Geheimnis von Dower House

Ein weiteres weihnachtliches Whodunit-Szenario für alle Krimifans, die es klassisch mögen: Nigel Strangeways (der so exzentrisch ist wie sein Name) geht über Weihnachten ins Dower House. Das dort lebende Fliegerass O`Brien bekommt Morddrohungen – nach dem Weihnachtsfest werde er sterben. Aus welchem Grund bleibt unklar – O` Brien entwirft angeblich Pläne für eine neue Art von Flugzeug, aber auch Eifersucht oder unerwiederte Liebe sind mögliche Motive. Wer von den anwesenden Gästen für eine solche Tat aus einem dieser Gründe wirklich in Frage kommt, soll Nigel herausfinden – und wenn möglich den Mord verhindern… Klett-Cotta

1876: Robin Stevens – Mord hinter den Kulissen

Der siebte Fall für Wells & Wong spielt auf und neben den Brettern, die die Welt bedeuten: An einem Londoner Theater. Eigentlich will Onkel Felix sie mit dem Aufenthalt dort endlich mal von Mord und Verbrechen fernhalten, doch es kommt, wie es kommen muss: Zwischen Konkurrenzkämpfen, vielen Geheimnissen, einigen Grippefällen und den Proben zu „Romeo und Julia“ kommt es zu einem Mord. Natürlich können Daisy und Hazel da die Füße nicht stillhalten – und suchen hinter und zwischen den Kulissen nach dem Mörder … Knesebeck

1670: Emily Elgar – Schweige nun still

Cassie liegt im Koma. Sie hatte einen Unfall, der anscheinend irgendjemandes Absicht war. Aber wer steckt dahinter? Frank, der im Nachbarbett liegt, ist kein Wachkoma-Patient, wie sein Arzt vermutet – sondern „locked-in“. Er bekommt mit, was hinter Cassies Geschichte steckt – und kann es niemandem mittteilen … Goldmann