
Eine starke Story mit interessanten Charakteren – aber auch ein paar Schwächen.
Vom Buchblogger zum Autor zu werden, ist schon eine krasse Leistung, vor der ich schon vor dem Lesen von Svens Debütthriller meinen Hut gezogen habe. Ich glaube fast jede/r, der/die liest, träumt davon, ein eigenes Buch herauszubringen. Das ist allerdings gar nicht so leicht, immer wieder hört man von der Vielzahl der Einsendungen, die bei Verlagen eingehen, wie oft Ablehnungen kommen usw. Aber Sven hat es geschafft – und ich wollte seinen Thriller natürlich unbedingt lesen!
Nach dem schon leicht unheimlichen Prolog, in dem wir Protagonist Max kennenlernen, starten wir gleich mitten in die Handlung hinein: Max, ein junger Lehrer am Gymnasium, der auf Männer steht, lebt sein Leben gerne leicht und unabhängig. Er tetilt seine Wohnung mit seinem Kater Balu, trifft sich gerne seinen FreundInnen Amelie und Julian, die gleichzeitig auch KollegInnen sind, und hat manchmal auch Dates – ohne etwas Festes zu wollen. Doch nach genau so einem Treffen ohne weiteren Verpflichtungen kehrt er nochmal in die Wohnung seines Dates zurück, das ihm geschrieben hatte – und findet den jungen Mann grausam ermordet auf. Max selbst wird niedergeschlagen, und damit beginnt eine rasante Abfolge von Ereignissen: Jemand scheint in Max´ Wohnung eingedrungen zu sein, es scheint, als habe er einen Stalker, der mit ihm spielt – und es gibt weitere Vorkommnisse. Wer hat es auf Max abgesehen und warum?
Sven Jacobs hat mit „Letzte Stunde Tod“ ein richtig gut geplottetes Verwirrspiel mit vielen falschen Fährten und Abgründen geschaffen. Ich habe die ganze Zeit überlegt und mitgedacht und versucht herauszufinden, wer sich verdächtig verhält und ob er oder sie vielleicht dieses irre Spiel mit Max spielt. Eigentlich habe ich zu jeder Zeit immer mindestens eine Person verdächtigt – sogar Max´ Freunde, seine KollegInnen, SchülerInnen und andere.
Gleichzeitig war mir Max als Figur manchmal nicht nahbar genug und blieb ein wenig auf der Oberfläche. So richtig warm geworden bin ich mit ihm leider nicht. Außerdem passiert wirklich sehr viel in „Letzte Stunde Tod“, was mir manchmal schon fast zu viel war. Das trifft leider auch auf das Ende zu – wobei aber das „Ende nach dem Ende“ dann wieder richtig richtig stark ist, finde ich!
Die Rasanz der Geschichte und der Aufbau haben mir also insgesamt richtig gut gefallen, und die kleinen Abstriche machen das Buch keinesfalls schlecht! Für ein Debüt finde ich „Letzte Stunde Tod“ wirklich gelungen und es bekommt
🐀🐀🐀,5 3,5 / 5 Leseratten
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Ullstein




