2462: Riley Sager – Middle of the night

Die Bücher von Riley Sager sind für mich ein stetiges Auf und Ab. Das eine liebe ich (Hopes End), das andere gefällt mir kaum bis gar nicht (Night). Die Story von „Middle of the night“ hat mich neugierig gemacht, also: Let´s try. Vor 30 Jahren verschwand Ethan Marshs Freund Billy Barringer beim gemeinsamen Zelten im Garten in Hemlock Circle. Im Zelt ein Loch, Billy verschwunden, und seitdem leidet Ethan unter Schlafstörungen. Wie konnte er die Entführung seines besten Freundes verschlafen? Als Ethan 30 Jahre später (seine Eltern sind aus dem Haus der Familie ausgezogen) nach Hemlock Circle, einen ruhigen Vorort, zurückkehrt, merkt er, dass seltsame Dinge vorgehen. Bewegungsmelder-Lampen gehen an, obwohl niemand, nichtmal ein Tier, zu sehen ist, ein Baseball taucht auf, den Ethan eindeutig mit Billy verbindet, und noch mehr. Ist es Billy, der noch irgendwo da draußen ist? Wird Ethan endlich erfahren, was damals mit seinem Freund passiert ist? 

Riley Sager erzählt „Middle of the night“ auf zwei Zeitebenen, mit Ethan im „Jetzt“, nach seiner Rückkehr, aber man blickt auch immer wieder in die Vergangenheit und die Geschehnisse vor der verhängnisvollen Nacht im Zelt. Denn Ethan, Billy und ihre Freunde haben sich mit einem mysteriösen Institut beschäftgt, dem „Hawthorne-Institut“, an dem angeblich mysteriöse Forschung betrieben wurde. Billy interessierte sich außerdem für Übernatürliches und Mystisches. Spielte das eine Rolle – wenn ja, welche? Auf beiden Zeitebenen begegnet man natürlich denselben Familien und teilweise auch Personen, wie den Nachbarn, Familie Chen und Patel bzw. deren Söhne Johnny und Ragesh. Das hat mich natürlich zum Mitüberlegen und Vermuten gebracht: Was ist vor 30 Jahren wirklich passiert, welchen Zusammenhang gibt es mit Billys Verschwinden und wer hing und hängt da mit drin? Warum geschehen nach 30 Jahren so seltsame Dinge?

Ethan versucht wirklich alles, um sich zu erinnern, geht sogar so weit, nochmal im Zelt im Garten zu übernachten. Dabei stehen ihm einige Leute zur Seite – aber trauen kann man eigentlich niemandem so wirklich. Oder passieren doch übersinnliche Dinge, für die sich Billy ja so interessiert hat?

Für mich ist „Middle of the night“ nicht Riley Sagers stärkstes Buch, aber auch nicht sein schwächstes. Irgendwo dazwischen, denn die Auflösung ist zwar gut konstruiert und die vielen Fährten, denen man folgt, führen einen auf zahlreiche falsche (oder richtige?) Spuren. Manchmal war mir das aber fast schon zuviel und die Story wirkte dadurch etwas überladen. Fakt ist, dass sich auch „Middle of the night“ spannend liest und gut weglesen lässt, für mich aber keine absolute Empfehlung ist.

Daher bekommt es

🐀🐀🐀, 5 3,5 von 5 Leseratten

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