2468: Katie Bennet – Beth is dead

Ein gelungener Thriller und gleichzeitig eine tolle Anlehnung an „Little Women“!

„Beth is dead“ springt einem ja schon alleine durch das Cover ins Auge. Auch wenn es eigentlich nicht meine Farbe ist – es ist passend und macht absolut neugierig. Aber das Buch ist deutlich mehr als nur sein hübsches Äußeres: Als großer Fan von „Little Women“ hat Autorin Katie Bernet die eigentlich im Jahr 1868/1869 erschienene Geschichte nicht nur in die heutige Zeit übertragen, sondern auch zu einem Thriller verwandelt. Denn wie im Original gibt es die Schwestern Jo, Meg, Beth und Amy – und Beth stirbt als erste. In „Little Women“ geschieht das durch Krankheit, in „Beth is dead“ aber durch Mord. Zunächst in dem Buch, das ihr Vater über die vier geschrieben hat (und das den Titel „Little Women“ trägt) und dann in der Realität nach einer Silvesterparty bei Sallie Gardiner, einer Freundin und Mitbewohnerin von Meg. Und jede und jeder ist hier verdächtig, denn die eigentlich so sanfte und vernünftige Beth könnte mehreren Personen im Weg gewesen sein.

Erzählt wird „Beth is dead“ aus den vier Ich-Perspektiven der Schwestern und sowohl im „Vorher“ als auch im „Nachher“, also vor bzw. nach Beth´ Tod. Beginnend mit Jo, die Beth´ Leiche entdeckt, und die ihre Schwestern Meg und Amy und natürlich die Polizei dazuruft. Schnell erfahren wir, dass der Vater der vier mit „Little Women“ einen Bestseller gelandet hat, allerdings dafür gecancelt worden ist und sich erstmal zurückgezogen hat, also nicht bei seiner Familie ist. Außerdem werden die möglichen Motive der vier Schwestern deutlich, während wir durch ihre Perspektiven springen und sowohl von ihren Sorgen,  Problemen und Umgang miteinander vor dem Mord mehr erfahren als auch das, was sie nach dem Mord bewegt:

Jo will in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Schriftstellerin werden, allerdings fehlt ihr immer noch die zündende Idee. Jo ist mir ehrlich gesagt zu Beginn am unsympathischsten gewesen, nicht nur, weil Laurie, ihr bester Freund, einmal in sie verliebt gewesen ist (oder es noch ist?) und sie darauf gerne mal herumreitet. Ihr Motiv: Braucht sie eine gute Idee, einen weiteren Skandal für ihr Buch?

Amy ist die Künstlerin der Familie und möchte unbedingt bei Fred Vaughn, einem berühmten Künstler, einen Workshop besuchen. Der ist aber teuer, und die Tante der Mädchen will schon Beth unterstützen, die Musik an der Plumfield studieren will.

Und Meg, die älteste der Schwestern, war mit John Brooke zusammen, Beth´ Klavierlehrer. Liegt hier ein mögliches Motiv für das, was Beth wiederfahren ist?

Während im Buch Detective Kirk und Detective Davis versuchen, den Fall zu lösen, habe ich mir beim Lesen natürlich auch selbst Gedanken gemacht, wer Beth etwas angetan haben könnte. Neben ihren drei Schwestern und Klavierlehrer John gibt es ja auch noch die bereits genannte Sallie Gardiner, Beth´ Freund Henry, Jos besten Freund Laurie und andere, die vielleicht ein Motiv gehabt haben könnten. Bis zum Schluss hab ich überlegt, eine Theorie entwickelt, sie wieder verworfen und von vorne. Das hat richtig Spaß gemacht, und wenn man „Little Women“ kennt (oder den Film gesehen hat), freut man sich über die vielen Verbindungen und Anspielungen. Die Auflösung habe ich zwar durchaus in einer meiner Theorien schon angedacht, aber sicher sein konnte man sich wirklich bis zum Schluss nicht.

Gleichzeitig hat „Beth is dead“ durchaus auch dramatische und emotionale Elemente (Kapitel 56 😢), die sich nahtlos in die Geschichte einfügen und das ganze zu einer richtig runden Sache machen. Mir hat dieses Buch wirklich viel Spaß gemacht und ich kann es euch empfehlen, wenn ihr mehrperspektivisch erzählte Geschichten mögt!

„Beth is dead“ bekommt daher

🐀🐀🐀🐀 4/5 Leseratten

[ad/unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar vom Verlag]
Danke an DTV für das Rezi-Exemplar!