KK 397: Max Bronski – Nackige Engel

Hitler in München! Gossec, der grantige Trödler mit dem untrüglichen Gefühl für Gerechtigkeit, will nach einer durch etliche Biere beflügelten Dis­kus­sion seinem Freund Julius beweisen, dass der Münch­ner heute genauso anfällig ist für den »Führer« wie einst. Er greift in seinen Klamot­ten­fun­dus, verkleidet sich und zieht los. Am Tag danach muss er in der Zeitung lesen, dass seine Aktion einem bekannten Kabarettisten in die Schuhe geschoben wird und die Neonazis Ver­geltung geschworen haben. Gossec fühlt sich miserabel. Er trifft den Kabarettisten, will die Sache aufklären. Der aber ist eher amüsiert und hat nichts dagegen, mit dieser Aktion identifiziert zu werden. Ein paar Tage später ruft er Gossec an, anscheinend wird er doch bedroht. Kurz darauf ist er tot. Und Gossec findet sich bewusstlos in dessen Wohnung wieder.

Besprochen von Kristine Greßhöner.

2 Gedanken zu „KK 397: Max Bronski – Nackige Engel“

  1. Die Frage, ob es sich bei Max Bronskis Roman Nackige Engel um einen Kriminalroman oder eine Gesellschaftssatire handelt, stellt sich der Leser erst gar nicht. Denn mit witziger Ironie und einem Augenzwinkern schildert der Autor die Neonazi-Szene und öffnet Einblicke in die Münchner Gesellschaft rund um das Schlachthof-Viertel. Der flüssig und amüsant geschriebene Kriminalroman, um den Antihelden Wilhelm Gossec, unterhält den Leser bestens und entwickelt sich zu einem tiefsinnigen Gesellschaftsroman. Am Ende ist es dem Leser schon fast gleichgültig, wer eigentlich der Täter war.

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