1843: Interview mit Stuart Turton

Mit „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ hat Stuart Turton ein Genre-Crossover-Buch erschaffen, das mich in vielfacher Hinsicht fasziniert und begeistert hat (hier kommt ihr zu meiner Rezension). Natürlich wirft so ein opulentes, vielseitiges Werk einige Fragen auf – unter anderem, wie lange der Entstehungsprozess gedauert hat, welche der Figuren Stuart Turton besonders ans Herz gewachsen ist und was denn überhaupt nach so einem Buch kommen kann und soll. Die Antworten darauf und auf andere Dinge, die Caro unbedingt wissen wollte, hört ihr im Interview!
Stuart Turton bei Klett-Cotta

1841: Heidi Perks – Die Freundin

Eine echte Überraschung – „Die Freundin“ entpuppte sich beim Lesen als hochspannender und extrem gut konzipierter Psychothriller, nachdem das Szenario auf den ersten Blick gar nicht so besonders wirkte. Nach und nach schält sich auf verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen die Wahrheit darüber heraus, was passiert ist. Denn Charlotte passte auf Alice, die Tochter ihrer Freundin Harriet auf, und als Alice in genau dieser Zeit verschwindet, geben die Freundinnen jeweils sich selbst und die Allgemeinheit Charlotte die Schuld. Aber was ist wirklich mit Alice passiert? Hinter ihrem Verschwinden steckt sehr viel mehr, als es zunächst scheint… Blanvalet

1839: Andreas Götz – Die im Dunkeln sieht man nicht

München in der Nachkriegszeit – die Bewohner der Stadt schwanken zwischen Altlasten und neuen Hoffnungen, der Schwarzmarkt floriert, und als Karl in seine Heimatstadt zurückkehrt ahnt er noch nicht, was das alles für ihn bedeutet. Als Journalist will der ehemalige Schriftsteller Fuß fassen, bei der Zeitschrift seines Freundes Georg, und der setzt ihn auf eine pikante Reportage an: Aus dem Führerbunker sind nach Ende des Krieges Kunstschätze verschwunden, und Karl soll ihre Spuren verfolgen. Seine Nichts Magda, eine emanzipierte junge Frau, ist an seiner Seite – und mit dem Kommissar, der gleichzeitig in einer Mordsache ermittelt, kreuzen sich ihre Wege ungeahnt… Scherz

1838: Søren Sveistrup – Der Kastanienmann

Wenn wir mal ehrlich sind, hat bestimmt fast jeder schonmal eins gebastelt – vermutlich ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass diese Figuren doch irgendwie auch was Grusliges haben. Im Zusammenhang mit der Geschichte, die Søren Sveistrup uns präsentiert, ist es aber nochmal doppelt und dreifach unheimlich: Neben einer Frauenleiche steht ein Kastanienmännchen. Darauf befindet sich der Fingerabdruck eines Mädchens, das ein Jahr zuvor verschwand und deren Mörder gestanden hat und im Gefängnis sitzt. Und es bleibt nicht die einzige Kastanienfigur… Goldmann

1836: Stuart Turton – Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Was für ein furioses, grandioses Szenario: Der zunächst namenlose Ich-Erzähler ist beim Maskenball der Hardcastles zu Gast. Er erlebt allerdings denselben Tag acht Male- jeden Tag im Körper eines anderen Gastes! Seine Aufgabe, die ihm ein geheimnisvoller Pestdoktor mitteilt, kann ihn aus diesem Kreislauf befreien: Er soll herausfinden, wer Evelyn Hardcastle ermordet hat. Doch er ist nicht der einzige, der nach der Wahrheit sucht… Viel komplexer und spannender als durch eine einfache Zeitspirale entführt Stuart Turtons Buch uns in eine fesselnde Geschichte. Tropen

1835: Michelle McNamara – Ich ging in die Dunkelheit

True-Crime-Bücher gibt es viele, und vermutlich beschäftigen sich die meisten von ihnen mit Serienmördern. Aber „Ich ging in die Dunkelheit“ von Michelle McNamara ist in mehrfacher Hinsicht herausragend: Selten habe ich ein so fundiertes, sachliches und gleichzeitig berührendes Buch gelesen, bei dem auf jeder Seite die Akribie und das Herzblut der Autorin zu spüren ist… Und das alles, ohne rührselig oder gar skandalheischend zu werden. Politycki & Partner/Atrium Verlag

1834: Stina Jackson – Dunkelsommer

Zwei Menschen – zwei Schicksale – die sich auf unvorhersehbaren Wegen kreuzen: Lelle ist seit drei Jahren auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter Lina und nach Absolution von der Schuld, die er empfindet. Gegen alle Widerstände gibt er die Hoffnung nicht auf, sie bei einer seiner nächtlichen Fahrten doch noch zu finden. Auch Meja ist auf der Suche: Die 17jährige ist mit ihrer Mutter zu einem Mann gezogen, den ihre Mutter im Netz kennengelernt hat. Meja möchte ein besseres, ein sicheres Leben, doch das gestaltet sich schwerer als gedacht. Da verschwindet wieder ein Mädchen, und Lelle und Mejas Wege laufen in eine Richtung, die keiner von beiden auch nur ansatzweise vorausgeahnt hätte… Goldmann

1832: Lukas Erler – Der blinde Samurai

Ein neuer Fall für Cornelius Teerjong, den blinden Kunstprofessor: Diesmal soll er – auf Anweisung der Diebe – das „Lösegeld“ für ein Bild von Leonardo da Vinci in Form von Diamanten übergeben. Dabei geht einiges schief, und Cornelius wird das Gefühl nicht los, dass seine letzten Aktivitäten doch ungeahnte Konsequenzen für ihn haben… btb

1829: Jenny Blackhurst – Mein Herz so schwarz

Evie hat sich am Tag ihrer Hochzeit umgebracht, von einer Klippe gestürzt. Aber wieso? Während ihr Mann Richard und ihr Vater verzweifelt nach der Wahrheit suchen, scheint Rebekka, Evies beste Freundin, sehr viel mehr über das Leben der Braut und ihren Tod zu wissen, als sie alle anderen glauben lässt… Bastei Lübbe

1827: Linus Geschke – Im Wald der Wölfe

Eigentlich will Jan Römer nach den letzten Vorfällen eine Auszeit nehmen. Dafür ist eine einsame Hütte im Wald genau richtig. Wäre da nicht die Frau, die bei ihm klopft und ihm vom Wald der Wölfe erzählt – und den Mordfällen, die es genau hier in der Gegend immer wieder gegeben hat. Jan aktiviert Mütze, Mütze aktiviert Arslan, und alle zusammen versuchen gemeinsam mit Arslans Freundin Lena herauszufinden, was es mit den geheimnisvollen Toten mit Wolfssymbol auf der Stirn auf sich hat. Wir haben die Hoffnung, dass mit diesem vierten Buch der Reihe die Serie noch nicht zuende ist, auch wenn dies in den letzten Wochen immer wieder zur Sprache kam. Ullstein

1825: Valentina Nazarova – Hidden Track

Nikas Schwester Jen verschwand, als sie selbst 13 war. Inzwischen, mit 21, glaubt Nika, dass Jen nicht mehr lebt – aber sie will herausfinden, was mit ihrer Schwester passiert ist. Das Besondere: Fast tagebuchartig schreibt Nika weiterhin Nachrichten an Jen, die ungelesen bleiben – die aber genau berichten, was Nika herausfindet und erlebt. Eine wichtige Rolle spielt Musik in Nikas Leben, das hat ihre Schwester ihr vermittelt, und so begleiten My Chemical Romance, Oasis und andere die Suche nach der Wahrheit. Piper

1824: Friedrich Ani – All die unbewohnten Zimmer

Vier Ermittler, von denen wir drei schon kennen ermitteln mit ihren jeweiligen Methoden: Polonius Fischer, Tabor Süden und Jakob Franck. Dazu kommt die junge und manchmal waghalsige Fariza Nasri, die unter Chef Polonius Fischer bei den „zwölf Aposteln“ mitermittelt. Zwei Fälle gibt es zu lösen, einen Mord an einem Polizisten und einen Mord an einer Frau. Die komplexe Story, die Friedrich Ani uns präsentiert, stellt jedoch neben den Taten an sich und den unterschiedlichen Herangehensweisen der Protagonisten vielmehr die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in den Mittelpunkt. Suhrkamp

1823: Alex North – Der Kinderflüsterer

Tom weiß nicht, dass es in dem beschaulichen Ort, in den er mit seinem Sohn Jake zieht, vor 20 Jahren eine Reihe von Kindesentführungen und -morden gab. Der Täter, genannt der Kinderflüsterer, wurde gefasst, doch Jake beginnt bald nach dem Umzug, sich seltsam zu verhalten… und er hört ein Flüstern vor seinem Fenster.
„Der Kinderflüsterer“ ist ein brillianter und gleichzeitig berührender Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern auch sensible Themen anreißt. Und das, ohne seine Rasanz einzubüßen, mit starken Charakteren und geschickten Verwicklungen. blanvalet

1821: Gard Sveen – Die stille Tochter

Gard Sveen schreibt Thriller, die es in sich haben – was die Spannung und/oder was die Fakten im Hintergrund der Geschichten angeht. Im neuen Buch von Gard Sveen, dem vierten Band aus der Tommy-Bergmann-Reihe, geht es um Spionage, den KGB, die Stasi und die Flucht eines jungen Mädchens vor dem Leben in der DDR, das längere Zeit danach verschwindet. Tommy Bergmann sticht in ein Wespennest, als er erst im Fall einer nicht identifizierbaren Frauenleiche und später in Bezug auf den Mord an einem Doppelspion ermittelt. List

1820: Chris Carter – Jagd auf die Bestie

Robert Hunter ist wieder da – genauso wie Lucien Folter, der Fans der Buchreihe nicht unbekannt sein dürfte. Falls doch ist das aber kein Problem, denn auf eine verdammt geschickte Weise klärt Chris Carter seine Leser darüber auf, was es mit diesem Mann, der für Hunter das pure Böse ist, auf sich hat. Und Hunter und Garcia müssen sich auf einiges gefasst machen, denn Lucien Folter hat Pläne – und die betreffen bei weitem nicht nur Hunter selbst. Ullstein

1819: Brittany Cavallaro – Holmes und ich. Der Fall Jamie

Charlotte Holmes und Jamie Watson sind wieder da! Im dritten Band der Jugendbuchreihe zieht sich die Schlinge um Watson zu. Oder bildet er sich nur ein, dass jemand ihm etwas anhängen will? Charlotte ist währenddessen quasi verschwunden: Sie ist auf der Flucht vor Lucien Moriarty – oder sucht sie ihn? dtv

1818: C.J. Tudor – Lieblingskind

Joes kleine Schwester Annie verschwand, als sie 8 war – und kehrte zurück. Annies Verschwinden war schlimm – ihre Rückkehr noch schlimmer. Joe kehrt 25 Jahre später in seinen Heimatort zurück, denn anscheinend wiederholen sich die Vorgänge von damals…
Nach „Der Kreidemann“ legt C.J. Tudor mit „Lieblingskind“ einen weiteren Thriller nach, der viel mit den Erwartungen des Lesers spielt, gruslige Stimmung erzeugt und glaubhafte Charaktere in den Mittelpunkt stellt. Das alles sorgt für eine Empfehlung für das Buch – man darf sich nur nicht vom Klappentext irritieren lassen. Goldmann

1816: Yrsa Sigurdardóttir – R.I.P.

Wenn Yrsa Sigurdardóttir eines kann, dann ist es komplexe Handlungen erschaffen, die sich aber unglaublich leicht und gleichzeitig spannend weglesen lassen. Das beweist sie erneut in R.I.P., wenn Huldar und Freya auf der Suche nach einem Mörder sind, den es gar nicht zu geben scheint – und nach einem Jungen, der verschwunden ist. Viele Verbindungen, die sich auf den ersten Blick nicht entschlüsseln lassen, gilt es aufzudecken – während Huldar und vor allem Freya auf anderen Fronten noch mit ganz anderen Problemen kämpfen… btb

1814: Geir Tangen – Seelenmesse

Viljar Ravn Gudmundsson ist Journalist, Lotte Skeisvoll Polizistin. Beide haben mit ihren privaten Problemen zu kämpfen, und der Mord an einer Frau bringt sie zu einer gemeinsamen Ermittlung. Soweit klingt das Ganze nach einem ziemlich gewöhnlichen skandinavischen Krimi. Doch „Seelenmesse“ ist alles andere als ein Buch, das in der Flut dieses Genres mitschwimmt – denn Geir Tangen hat mehr als eine Wendung eingebaut, mit der wohl niemand gerechnet hat. Goldmann

1813: Harlan Coben – Suche mich nicht

Harlan Cobens Bücher sind immer wieder eine echte Überraschung – zumindest die Wendungen, mit denen man einfach nicht rechnet und nicht rechnen kann, sind es! In „Suche mich nicht“ ist Simon (in Widerspruch zum Titel) auf der Suche nach einem seiner frei Kinder, ohne zu ahnen, was er damit lostritt. Oder gerät er vielmehr in etwas hinein, das er – und auch andere – ziemlich unterschätzt haben? Für Simon steht bei der ganzen Geschichte vor allem eine Frage im Raum: Wo ist seine Tochter? Goldmann

1812: Martha Grimes – Inspektor Jury und der Weg des Mörders

Sage und schreibe Band 24 aus der Reihe um Inspektor Jury liegt mit „Inspektor Jury und der Weg des Mörders“ vor – und es wird noch lange nicht langweilig! Mit alten Bekannten und neuen Heldinnen, Informationen ums Taxifahren in London sowie Ausflügen in die Astrophysik bietet das Buch erneut viel Abwechslung – und eine spannende Ermittlung. Natürlich fehlen auch Melrose Plant, Marshall Trueblood und die anderen nicht. Goldmann

1811: Klaus-Peter Wolf – Todesspiel im Hafen

Dr. Sommerfeldt ist wieder da, und im abschließenden 3. Band der Trilogie räumt er auf. Kann er das, obwohl Ann Kathrin Klaasen ihn verhaftet hat? Einige Rechnungen sind noch offen, und Sommerfeldt kann einiges, was passiert ist, nicht einfach so stehen lassen. Doch wer ist Freund und wer Feind? Fischer

1809: Alan Bradley – Todeskuss mit Zuckerguss

Mit Flavia de Luce wird es einfach nie langweilig: Inzwischen hat sie mit Dogger eine eigene Detektei gegründet – für Ermittlungen aller Art. Außerdem heiratet ihre Schwester und verlässt das Anwesen der de Luces. Dummerweise taucht ein Finger in der Hochzeitstorte auf, was Flavia natürlich viel mehr interessiert als die Hochzeit selbst. Als dann noch ein Mord passiert, haben Flavia und Dogger alle Hände voll zu tun mit diesen beiden Fällen. Oder gibt es irgendwo einen Zusammenhang zwischen dem Finger einer Toten und einer Leiche, der jedoch kein Finger fehlt? Penhaligon

1805: Tatjana Kruse – Manche mögen´s tot

Eins ist sicher: Wenn Tatjana Kruse mordet, wird es lustig. Auch in diesem 3. Band mit den Schnüffelschwestern Konny und Kriemhild geht es turbulent zu. So turbulent, dass Kriemhild sogar sterben muss – doch keine Angst: Nicht wirklich. Was die beiden schlauen und so unterschiedlichen Schwestern damit bezwecken, wie die Pension unserer beiden Detektivinnen läuft und was Amenhotep, der Nacktkater, und Chuck Norris, der fluchende Graupapagei dazu sagen… nun, ein bisschen darüber erfahrt ihr schonmal in unserer neusten Folge! Suhrkamp

1803: Interview mit Vincent Kliesch

Seit Wochen befindet sich „Auris“ auf der Spiegel-Bestsellerliste, und das aus gutem Grund: Es vereint die sprachliche Finesse von Vincent Kliesch mit den genialen Ideen von Sebastian Fitzek. Wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Bestsellerautoren läuft, wann Auris 2 herauskommen wird, wie gut er die Sprecher des Hörspiels findet und außerdem, wie er es schaffte, nach einem Tag blau machen keinen Ärger in der Schule zu bekommen – das hört ihr hier in einem tollen Interview mit Vincent Kliesch!

Zur Rezension von „Auris“ in der Krimikiste
Zur Homepage von Vincent Kliesch

1802: Simon Mason – Kid got shot

Garvie Smith soll eigentlich immer noch seine Prüfungen bestehen, vor allem wenn es nach seiner Mutter geht. Ihn interessiert das allerdings weniger, denn ein Schüler seiner Schule ist erschossen gefunden worden. Erneut braucht DI Singh seine Hilfe, denn er ist aufgrund der Vorfälle aus dem letzten Band, an denen Garvie ja nicht ganz unschuldig war, zur Streife versetzt worden. Die Klausuren müssen also warten – wieder mal… Rowohlt rotfuchs

1801: Chris Brookmyre – Dein Ende

Chirurgin Diana Jagers Blog, in dem sie Missstände in der Medizin anprangerte, wurde gehackt, und Diana hasst ITler aus diesem Grund. Dennoch hat sie Peter geheiratet, der an einem streng geheimen Startup im IT-Bereich arbeitet. Doch jetzt hatte Peter einen entsetzlichen Unfall. Ist Diana eine eiskalt berechnende Psychopathin und hat Peter umgebracht? Der investigative Journalist Jack Parlabane stellt Nachforschungen an, mit denen er Diana zu Fall bringen wird – oder nicht? Rowohlt

1800: Eva García Sáenz – Die Stille des Todes

Ayala – seit seiner Jugend auch „Kraken“ genannt – wird von einem im Gefängnis sitzenden Mörder geradezu herausgefordert, als dieser mit dem Hashtag #Kraken twittert – denn Ayala ist zuständig für die Ermittlung in einer neuen Mordserie, bei der es klare Verbindungen zu den früheren Fällen zu geben scheint. Doch gehen die neuen Morde, die Ayala mit seiner Kollegin Esti untersucht, auch auf das Konto des Verurteilten? Leitet er einen Nachahmungstäter an? Oder sitzt er zu Unrecht ein? Ayala muss sich nicht nur dieser Herausforderung stellen, während wir Leser Dinge aus der Vergangenheit erfahren, die einen Zusammenhang mit dem aktuellen Geschehen zu haben scheinen… Scherz

1797: Inge Löhnig -Unbarmherzig

Mit Gina Angeluccis zweitem Fall beweist Inge Löhnig, dass sie nicht nur eine fantastische Krimiautorin ist, sondern ganz bewusst die Vergangenheit ebenso wie die Probleme der Gegenwart im Blick hat – und diese auf eine selbstverständliche, angenehm subtile Weise in ihre Bücher einzubauen vermag. Dabei bleibt die Spannung nicht auf der Strecke, im Gegenteil – die Ermittlungen bringen eine dramatische Wahrheit ans Tageslicht. Ullstein

1795: Sebastian Fitzek u.a. – Auris (Hörspiel)

[Werbung] „Auris“ – lateinisch für Ohr – ist der Titel des Hörspiels sowie des Buchs, zu denen Sebastian Fitzek die Idee hatte. Die Printausgabe habe ich euch letzten Monat bereits vorgestellt, aber ich war unglaublich neugierig auf die Umsetzung als Hörspiel. Denn was bietet sich für ein Buch, in dem es ums Hören, um das Interpretieren von Stimmlagen und Untertönen geht, mehr an? Zumal dieses Hörspiel nicht nur von großartigen Stimmen lebt, sondern auch von Soundeffekten, Nebengeräuschen und stimmungsvollem Klang.
Wer mit der Story vertraut ist, um die es in „Auris“ geht, weiß, dass stimmungsvoller Klang in diesem Fall ganz sicher nicht bedeutet, sanfte und entspannte Töne erklingen zu lassen. Im Gegenteil: Gleich zu Beginn wird Protagonist Matthias Hegel zu einer dramatischen Geiselnahme gerufen. Hegel ist phonetischer Forensiker – er kann aus Klängen, Stimmen und Tonlagen heraushören, was jemand zu verbergen versucht oder welche Absichten derjenige hat. Aber: Hegel hat eine Frau getötet. Er wird verhaftet. Ebenso wie uns Hörer verwundert es die junge Podcasterin Jula Ansorge, dass Hegel keinerlei Verteidigungsversuche unternimmt. Da sie sich echter Kriminalfälle annimmt, bei denen potentiell Unschuldige verhaftet wurden, greift sie Hegels Fall auf und beginnt eigenständig nach der Wahrheit zu suchen. Doch das könnte ihr zum Verhängnis werden, wie sich schnell herausstellt. Außerdem muss man sich fragen, was Hegel über Julas Vergangenheit weiß oder zu wissen vorgibt… Natürlich spielt „Auris“ wie die meisten Bücher von Sebastian Fitzek in Berlin – für Fans seiner Bücher findet sich bei Audible eine wunderbare Übersichtskarte zu den Schauplätzen der verschiedenen Thriller!
Schon lange habe ich mich bei einem Hörspiel nicht mehr so wohlig vor Anspannung gegruselt wie beim Hören von „Auris“. Nicht nur, dass Simon Jäger als Erzähler mit seiner fantastischen Stimme selbst die erzählenden Teile zu einem Erlebnis macht, auch die anderen Sprecher verkörpern ihre Rolle im wahrsten Sinne des Wortes. Die Soundeffekte sowie Hintergrundklänge und Spannung aufbauende Musik sind wohldosiert – nicht im Übermaß, sondern auf den Punkt genau so, dass man die (An-)Spannung geradezu körperlich fühlt. Außerdem, und das dürfte für alle eine Rolle spielen, die das Buch bereits gelesen haben, gibt es einige Unterschiede zur Print-Ausgabe, z.B. was Julas Vergangenheit angeht. Aber auch ohne diese Feinheiten macht das „Auris“-Hörspiel extrem viel Spaß. Meine ganze Meinung hört ihr wie immer in unserer neusten Folge!
Hier geht es zum bei Audible erhältlichen Hörspiel